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Plaudertasche oder Schnorrer
Welcher Büro-Rauchertyp sind Sie?

Rauchen im Büro: Was erlaubt ist, und was nicht
Rauchen im Büro: Was erlaubt ist, und was nicht FOTO: ddp
Düsseldorf. Wer in der Raucherpause neben dem falschen Kollegen steht, will manchmal lieber schnell wieder an seinen Schreibtisch. Selbstdarsteller oder Sozialphobiker? Erkennen Sie sich in der Raucher-Typologie wieder? Von Katrin Haas

  1. Der Hektiker Dieser Kollege muss die Welt retten. Zeit hat er eigentlich keine, auch keine fünf Minuten. Das Wohl der Menschheit liegt auf seinen Schultern. Die Welt könnte ja in eben diesen Minuten untergehen. Aber die Sucht ruft, so muss er trotzdem raus. Das Ende der Zigarette kann er kaum erwarten. Genießen tut der Hektiker nicht, die unbearbeiteten Aktenstapel tanzen vor seinem inneren Auge. Hier stellt sich die Frage, ob dieser Raucher wirklich nur ein Suchtproblem hat.
  2. Der Selbstdarsteller Er kann alles. Er weiß alles. Und er redet gerne darüber. Der Profilierer hat nur mit dem Rauchen angefangen, damit er den Kollegen von seinen Erfolgen berichten kann. Sein letztes Projekt? Wahnsinnig gut angekommen beim Chef. Sein Anzug? Maßgeschneidert. Sein neues Konzept? Wird das Unternehmen an die Spitze bringen. Er wartet nur darauf, dass der Chef vorbeiläuft. Dann dreht er nochmal richtig auf. Dass ihm keiner mehr zuhört, merkt er nicht. 
  3. Die Plaudertasche Dieser Raucher ist die Venusfalle unter den Kollegen. Sieht harmlos aus, wirkt nett und freundlich. Er weiß Bescheid, wer mit wem und warum und weshalb. Von ihm erfahren die Kollegen Unternehmensinterna, während der Chef noch darüber brütet. Aber Vorsicht: Wer sich dann selbst dazu äußert, wird ganz schnell zum Gesprächsthema beim nächsten Treffen auf dem Büroflur: "Hör mal, Kollege Meier hat gesagt...."
  4.  Der Immer-Da Wie dieser Kollege seine Arbeit macht, weiß niemand so genau. An seinem Arbeitsplatz wurde er noch nicht gesehen. Er steht immer in der Raucherecke. Immer. Was er da den ganzen Tag macht, ist unbekannt. Sein Verhalten ist unauffällig. Er beteiligt sich hin und wieder an den Gesprächen. Niemand erinnert sich später an den Inhalt seiner Worte. Aber alle wissen: Er war da. 
  5. Der Außenseiter In der Pause will er seine Ruhe. Abschalten. Auf die Kollegen hat dieser Raucher keine Lust. Wo andere ihre Sozialkontakte pflegen und sich über die Unternehmensstrategie austauschen, bleibt der Pausen-Außenseiter stumm. Im Idealfall steht er mindestens einen Meter von den Kollegen entfernt. Noch besser: Er geht spazieren. Und hofft, dass ihm keiner über den Weg läuft. Dann müsste er ja grüßen. 
  6.  Die Geheimnisvollen Sie kennen die Akten, auf denen in roter Schrift "Top secret" steht. Sie wissen, wieviel Gehalt die Kollegen verdienen. Die Geheimnisvollen haben Karriere gemacht - und das zeigen sie auch. Selbst in der Raucherpause drehen sich ihre Gespräche um streng geheime Unternehmensinformationen. Zu zweit stehen sie etwas abseits und unterhalten sich laut flüsternd über die letzte Gehaltsverhandlung des Kollegen Müller. "So viel wollte der...", "Dann verdient er mehr als Meier..." Immer in der Nähe der Geheimnisvollen: Die Plaudertasche. 
  7. Der Dampfer Die Avantgarde unter den Abhängigen. Genüsslich zieht der Kollege an seiner E-Zigarette. Eigentlich ist er gar nicht süchtig. Und lebt viel gesünder als seine Kollegen. Er steht immer im Mittelpunkt der Gespräche. Schließlich ist er Trendsetter. Dabei bemerkt er gar nicht, dass die Kollegen alle schon aufgeraucht haben. Während sie mit den Füßen scharren und dringend wieder rein müssen, zieht er Zug um Zug. 
  8.  Der Schnorrer Dieser Kollege hat längst aufgehört mit dem Rauchen. Deswegen hat er auch nie Zigaretten dabei. Aus Gewohnheit geht er trotzdem immer mit raus. "Ach, komm, eine rauch ich noch." Dann folgt die obligatorische Frage: "Hast du noch eine für mich?" In jeder Pause raucht er die letzte Zigarette. Aber wirklich die Allerletzte. 
  9. Der Heißraucher Sein Bruder ist der Hektiker. Im Gegenteil zu diesem hat der Heißraucher Zeit für die kleine Pause. Er läuft auch ganz gemütlich nach draußen. Dann geht es los: Er zieht und zieht und zieht. Bloß rein mit dem Nikotin. Pro Pause kommt er auf zwei Zigaretten. Damit das bloß bis zur nächsten Pause reicht. An den Gesprächen beteiligt er sich nicht, dafür hat er keine Zeit. 
  10. Der Mitgeher Pausen während der Arbeitszeit? Sind eine gute Sache, denkt sich der Mitgeher. Allerdings hat er ein Problem. Er raucht nicht. Und hat auch nicht vor, damit anzufangen. Weil auch er Pause machen will, schließt er sich unauffällig den rauchenden Kollegen an. Er ist der Gesündeste aus der Runde. Lungenkrebs oder Burn-Out - nicht mit ihm. Nur das Passivrauchen beunruhigt ihn manchmal. 
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