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Dinslaken
Ärger über Saufgelage im Stadtpark

Dinslaken: Ärger über Saufgelage im Stadtpark
Auch gestern Nachmittag, als dieses Foto entstand, lagen im Park Schnapsflaschen und anderer Müll rum. FOTO: Büttner
Dinslaken. An warmen Sommertagen geht es in den neu gestalteten Grünanlagen am Dinslakener Rathaus bis weit in Nacht hoch her. Zurück bleiben viele leere Schnapsflaschen und jede Menge weiterer Müll, der dann herumliegt. Von Heinz Schild

Claus Traczinski ist verärgert. "Lärm, das Gegröle und die Saufgelage bis morgens 2 oder 3 Uhr" im neu gestalteten Bereich des Dinslakener Stadtparks strapazieren die Nerven der Anwohner der Bismarckstraße doch arg. Und dann ist da noch der "Dreck, den Zeitgenossen hinterlassen, denen nach sechs Flaschen Wodka, Whisky und anderem Fusel vermutlich die Orientierung fehlte, ihren Müll ordnungsgemäß in die dafür aufgestellten Abfallbehälter neben den neuen Stadtparkbänken zu entsorgen". Wenig Verständnis bringt Claus Traczinski, ehemaliger Leiter der Dinslakener Polizeiwache, dafür auf, dass die neuen Bänke im Park wieder direkt gegenüber den Wohnhäusern an der Bismarckstraße aufgestellt wurden, wo die betroffenen Anwohner doch einige Jahre zuvor sich dafür stark gemacht hatten, die damaligen Sitzgelegenheiten wegen der permanten nächtlichen Ruhestörung dort abzubauen.

Mit einem Schreiben hat Traczinski sich nun an den Bürgermeister gewandt. Darin weist er den Verwaltungschef auf die Zustände im Stadtpark hin. Beigelegt hat er ein Foto, das Ende vergangener Woche nach einem nächtlichen Saufgelage mit lauter Musik entstand. Es zeigt den übrig gebliebenen Müll samt leerer Schnapsflaschen, der an einer Parkbank liegen gelassen wurden. Traczinski schlägt vor, auf die "früher geübte Praxis der ordnungspartnerschaftlichen Kontrolle von Polizei und Ordnungsamt" zu setzen, damit im Stadtpark nicht wieder die früheren Zustände einreißen. Durch die noch geltende Satzung hätten die Ordnungskräfte eine Handhabe, um einzuschreiten, wenn es die Benutzer der kommunalen Grünanlagen am Rathaus zu toll treiben. Claus Traczinski wagt gar nicht daran zu denken, was alles los sein wird, wenn im Stadtpark das Grillen erlaubt wird, wie es schon von einigen Gruppierungen gefordert wird.

"Bei nächtlicher Ruhestörung im Stadtpark sollten die Anwohner die Polizei rufen", erklärte gestern Dinslakenes Pressesprecher Horst Dickhäuser. Dennoch glaubt er, dass das Problem, dass Zeitgenossen über die Strenge schlagen, nie gelöst werden wird. "Appelle, auf eine saubere Stadt zu achten, verhallen oft ungehört", sagte der Stadtsprecher, der als Rathausbeschäftigter durch eigene Anschauung weiß, wie der Stadtpark manchmal verdreckt wird. "Leider nehmen nicht alle ihren Müll wieder mit und entsorgen ihn, einige lassen ihren Dreck einfach liegen". Die Ordnungspartnerschaft zwischen Polizei und Ordnungsamt gibt es auch weiterhin, doch fehle es an notwendigem Personal, um regelmäßig Kontrollen durchführen zu können. "Es darf auch nicht alles bis ins Letzte reglementiert werden", sagte Dickhäuser, denn das widerspreche den Freiheitsrechten und Entfaltungsmöglichkeiten des Einzelnen im Rahmen eines vernünftigen Miteinanders.

Quelle: RP
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