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Dinslaken
Ärger über zugewucherte Gräber

Dinslaken: Ärger über zugewucherte Gräber
FOTO: Lars Fröhlich
Dinslaken. Auf dem Parkfriedhof gibt es Grabstellen, um die sich niemand mehr kümmert. Die Stadt kann nur bedingt etwas dagegen unternehmen. Mittlerweile sind etwa 2000 Wahlgrabstätten nicht mehr belegt. Von Michael Turek

In der Nähe des Haupteinganges sieht alles gut aus. Die Gräber, die Wege, sie sind gepflegt. Doch je mehr sich Egon Schenkel auf den Weg zum Grab seiner Schwiegereltern vom Eingang entfernt, desto häufiger entdeckt er Gräber um die sich niemand mehr kümmert. Sie sind zugewuchert, Äste rage in den Weg, Grabsteine sind nicht mehr zu sehen. Sein Weg führt ihn an den Rand des Parkfriedhofes, hier sind mehrere Gräber aufgegeben, einige sind gemulcht, bei anderen ist Rasen eingesät worden.

"Es ist eigentlich schleichend gekommen. Aber es wird nicht besser. Es kann nicht sein, dass es so aussieht", sagt Schenkel, der auf einem geräumten Grab Wellblechplatten entdeckte. Wer ist dafür zuständig? Was kann die Stadt unternehmen, wenn sich Angehörige nicht mehr um ein Grab kümmern? Kommt ein städtischer Trupp, beseitigt den Wildwuchs und präsentiert den Angehörigen die Rechnung?

Über diesen Anblick ärgert sich Egon Schenkel. Neben gepflegten Grabstellen sind auf dem Parkfriedhof zugewucherte Gräber zu entdecken. FOTO: Lars Fröhlich

Beschweren sich Angehörige, die amtlich Nutzungsberechtigte heißen, über ein ungepflegtes Grab, werden die Betroffenen nach Überprüfung durch die Friedhofsverwaltung angeschrieben, antwortet Stadtpressesprecher Horst Dickhäuser. In diesem Schreiben würden sie aufgefordert, binnen sechs Wochen das Grab in Ordnung zu bringen. Nach Ablauf der Frist gebe es eine erneute Überprüfung durch die Friedhofsverwaltung. Ist das Grab weiterhin ungepflegt, würde erneut eine Frist von zwei Wochen eingeräumt. "Sollte sich auf dem Grab nichts getan haben, wird die Grabstelle durch den DIN-Service in Ordnung gebracht. Die Kosten dafür trägt der Nutzungsberechtigte", erklärt Dickhäuser.

Leider sind oftmals Nutzungsberechtigte der verwilderten Grabstellen nicht mehr auffindbar, da selber verstorben, der Wohnsitz sich geändert hat, sie ins Pflegeheim gekommen oder aus anderen Gründen nicht zu ermitteln sind. Solche Grabstellen werden dann abgeräumt und gemulcht oder mit Rasen eingesät.

Die Grabsteine bleiben stehen. Dickhäuser berichtet davon, dass die Stadt ein verwildertes Grab abgeräumt hatte. Wochen später meldeten sich die Angehörigen und die Stadt musste den entfernten Grabstein ersetzen.

Ist ein Grab zurückgegeben worden, weil die Ruhezeit, das Nutzungsrecht abgelaufen ist, werden die Gräber durch die Nutzungsberechtigten oder nach Auftragserteilung durch die Friedhofsverwaltung abgeräumt und gemulcht oder eingesät mit Rasensamen.

Wie die Stadt mitteilt, sind alleine im Jahr 2015 auf dem Parkfriedhof 193 Gräber zurückgegeben worden. Mittlerweile sind etwa 2000 Wahlgrabstätten nicht mehr belegt. Diese verteilen sich auf 53 Grabfelder, die sich auf einer Gesamtfläche von zwölf Hektar befinden. Beschwerden über ungepflegte Gräber habe es schon immer gegeben, so Dickhäuser. "Seit einigen Jahren stellen wir fest, dass Nutzungsberechtigte von Grabstätten ihren Angehörigen nicht zumuten wollen, für ein Grab Sorge zu tragen." Daher werden Gräber abgetreten und nach Alternativen wie Rasengräber gesucht.

Auch bestehe keine Möglichkeit, Grabfelder zu reduzieren, da diese nicht der Reihe nach zurückgegeben werden. 2013 hatte es 617 Beisetzungen gegeben, 2014 waren es 566 und im vergangenen Jahr 620. Alle 53 Grabfelder des Parkfriedhofs werden noch benötigt. Wie Zeit ist, räumen städtische Mitarbeiter auf dem Feld XLIII auf. Aufgrund des Lehmbodens können die Fahrzeuge dort nur auf Fahrblechen bewegt werden. Die werden in Kürze abtransportiert.

Quelle: RP
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