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Dinslaken
Ansturm auf Waffenscheine und Pfefferspray

Dinslaken. Seit Anfang 2016 gehen täglich etwa 40 Anträge bei der Kreispolizei ein.

"Pfefferspray vorrätig" verspricht die Homepage des Dinslakener Waffengeschäfts Lohmann. Denn genau danach erkundigen sich die meisten Kunden derzeit. Seit den Vorfällen von Köln sei die Nachfrage nach Pfefferspray doppelt so hoch wie zuvor, so Inhaber Thomas Lohmann, die Lieferanten kämen kaum noch nach. Und bei der Kreispolizei haben seit Januar mehr Menschen einen Kleinen Waffenschein beantragt als in der Großstadt Köln. Offensichtlich wollen sich viele Bürger so selbst ein Sicherheitsgefühl verschaffen.

2013 hatten im Kreis Wesel 1778 Menschen einen Kleinen Waffenschein, der zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen berechtigt, 2014 waren es 1875 Menschen, Ende 2015 2129. Seit Anfang 2016 gehen täglich etwa 40 Anträge bei der Kreispolizei ein, so Sprecher Daniel Freitag, bislang also etwa 500. In Köln sind es etwa 300. Daniel Freitag ist zwiegespalten angesichts des "Wettrüstens in der Gesellschaft". Zwar erhöhen Spray oder Gaspistole das "persönliche Sicherheitsgefühl". Andererseits seien die Reaktionen auf eine Waffe - besonders auf eine Gaspistole - schwer abzuschätzen. Zieht der Gegner vielleicht dann eine noch gefährlichere Waffe? Wirkt das Spray? Ist der Umgang damit geübt? Auch die Polizei reagiere anders, wenn die Kontrahenten bei einem Einsatz bewaffnet seien. Eine Gaspistole sei optisch schwer von einer echten Pistole zu unterscheiden. Thomas Lohmann rät Frauen zu einem lauten Alarm und Spray. Laut Gesetz darf Pfefferspray nur gegen Tiere verwandt werden, CS-Gas auch gegen Menschen. Vor allem sei wichtig, auf sich aufmerksam zu machen, so Freitag, laut "Hilfe" oder "Feuer" zu rufen. Das schrecke viele ab.

(aha)
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