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Hünxe
Bürgerbus Hünxe: Frau am Steuer

Hünxe. Seit zehn Jahren fährt Karin Schulz den Hünxer Bürgerbus. Jetzt übernimmt die 48-jährige Dinslakenerin auch im Verein das Steuer.Sie ist Nachfolgerin von Ulrich Lordick, der den Vorsitz nach 15 Jahren abgibt. Als Fahrer sorgt er weiterhin dafür, dass die Bürger mobil bleiben. Von Ralf Schreiner

Es war ein Rückzug mit Ansage. Schon vor zwei Jahren hatte Ulrich Lordick angekündigt, dass er nicht erneut für den Vorsitz des Hünxer Bürgerbusvereins kandidieren würde. "Die Arbeit wurde mir zu viel", sagte er gestern im Pressegespräch. Als Parteivorsitzender der Hünxer SPD und Kreistagsmitglied könne er sich auch ohne die Vorstandstätigkeit über Langeweile nicht beklagen. "Ich hoffe, dass die neue Vorsitzende neue Impulse gibt. Der Bürgerbusverein könnte sie gut gebrauchen."

23 aktive Fahrer

Impulse sind beim Bürgerbusverein meist gleichbedeutend mit: neue Fahrer gewinnen, jüngere Vereinsmitglieder werben. Mit 23 aktiven Fahrerinnen und Fahrern kann der Verein zwar seine Routen gut bedienen. Sollten ferien- oder krankheitsbedingt jedoch drei oder vier gleichzeitig ausfallen, kann es schnell eng werden. Ulrich Lordick weiß das. Er ist jedoch zuversichtlich, dass der Bürgerbus Hünxe auch im 15. Jahr seines Bestehens ein Erfolgsmodell bleibt.

Die Zahlen sprechen dafür. Pro Monat chauffiert der Bus zwischen 280 und 300 Fahrgäste innerhalb von Hünxe und in die Nachbarkommunen. Die Zahlen sind seit Jahren konstant. Voraussetzung, dass sie das bleiben, ist ein Bus, auf den Verlass ist. Das erste Fahrzeug wurde nach 290 000 Kilometern ausgemustert. Der zweite Bus hat auch schon wieder 260 000 Kilometer auf dem Tacho. Im nächsten Jahr soll ein drittes Gefährt angeschafft werden. Die neue Vorsitzende Karin Schulz wird sich darum kümmern. Die 48-jährige Mutter dreier Kinder arbeitet als Schulsekretärin im Berufskolleg Dinslaken. Eine Freundin hat sie vor zehn Jahren als Fahrerin geworben. Seitdem dreht Schulz, die auch in Dinslaken wohnt, im Bürgerbus ihre Runden, vorzugsweise am Sonntag. Seit der Sperrung der Kanalbrücke zwischen Hünxe und Drevenack kann der Verein Fahrgäste jenseits der Lippe nicht mehr bedienen. Oder besser: fast nicht mehr. Nur auf der letzten Tour des Tages bringe der Bus auch Fahrgäste, die nach Drevenack wollen, ans Ziel, erklärt Karin Schulz. In den normalen Betrieb lasse sich die Schleife über die A 3 nicht einbauen. Das würde den kompletten Fahrplan durcheinanderwirbeln. Schulz hofft, dass es spätestens mit Einrichtung der Behelfsbrücke auch eine Lösung für den Bürgerbus geben wird. An eine Erweiterung des Fahrplans denkt der Verein derzeit nicht. Zwar gebe es immer wieder Anfragen, an Wochenenden zwischen 22 und 3 Uhr einen Disco-Shuttle einzusetzen. "Aber dazu brauchen wir fünf bis sechs zusätzliche Fahrer", sagt Ulrich Lordick. Bewerbungen würden gern entgegengenommen.

www.rp-online.de/dinslaken

Quelle: RP
 
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