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Analyse
Dennis Großmann erlebt den Landtag

Dinslaken. Junge Leute nehmen den Platz von Landtagsabgeordneten ein. "Jugendlandtag" nennt sich die Veranstaltung und ist, wie Stefan Zimkeit erklärt, ein Versuch, Jugendliche an die Politik heranzuführen, sie womöglich sogar dafür zu begeistern. Von Jörg Werner

Den Platz des sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten nahm beim fünften Jugendlandtag vom 18. bis 20. Juli Dennis Großmann ein. Bei ihm ist das Ziel erreicht. Der 19-jährige Abiturient des Theodor-Heuss-Gymnasiums kann sich nach den drei Tagen im Düsseldorfer Parlament durchaus vorstellen, in die Politik zu gehen, auch wenn er dazu das auf sich nehmen müsste, was in den Parteien gemeinhin als Ochsentour. "Ich habe zwar keine konkrete Vorstellung, was das bedeutet", sagt der Dinslakener, "aber aus heutiger Sicht würde ich den Weg gehen."

Parteipolitisch hat sich Dennis Großmann freilich noch nicht festgelegt. Damit war er unter den Kolleginnen und Kollegen des Jugendlandtags allerdings eine Minderheit, wie er berichtet. "Viele Abgeordnete", erklärt das Zimkeit, "suchen die Teilnehmer am Jugendlandtag eben aus den Reihen der Nachwuchsorganisationen ihrer Parteien aus." Er, der zum dritten Mal seinen Sitz im parlament mit einem Jugendlichen tauschte, geht einen anderen Weg. "Ich sehe immer zu, dass ich jemanden finde, der sich schon in einer bestimmten Funktion engagiert hat." Dennis Großmann etwa hat das im Dinslakener Jugendparlament getan. "Ich hab schon vor geraumer Zeit begonnen, mich politisch zu orientieren und zu engagieren", erzählt er, zunächst in der Stufenvertretung seines Gymnasiums und dann in der Schülervertretung. Über diese ist er dann auch ins Jugendparlament gekommen. Mit diesem Wunsch mitzumachen und seine Ideen einzubringen, erklärt der Abiturient dann auch seine Motivation an den drei Tagen in Düsseldorf dabei zu sein, obwohl sich nach dem Schulabschluss sicher auch andere Freizeitbeschäftigungen angeboten hätten. Den Blick hinter die Kulissen der Politik jedenfalls fand er ausgesprochen interessant und er glaubt auch, dass das Jugendparlament unter realistischen Bedingungen gearbeitet hat – ganz so wie die eigentlichen Landtagsabgeordneten. "Natürlich sind wir intensiv angeleitet worden", erzählt er. "Das konnte ja auch nicht anders sein, wir hatten ja überhaupt keine Erfahrung in Parlamentsdingen." Aber auch das geht realen Parlamentariern nicht anders, erinnert sich Stefan Zimkeit an seine Erfahrungen als frisch gewählter Abgeordneter. "Da muss man sich auch erst hineinfinden und in viele Formalien einarbeiten."

Quelle: RP
 
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