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Voerde
Die Erweiterung des Hafens Emmelsum

Voerde: Die Erweiterung des Hafens Emmelsum
Die obere Grünfläche soll eine Sonderbaufläche für hafenorientierte Betriebe werden. FOTO: Hans Blossey
Voerde. Ein Bürogebäude soll errichtet und eine Kaimauer soll um 130 Meter verlängert werden. Von David Knapp

Wasser, Schiene, Straße - die drei Verkehrswege werden weiterhin für den Umschlag von Gütern wichtig sein. Der Hafen Emmelsum bietet alle drei Anbindungen und weil der Bedarf an logistisch nutzbaren Grundstücken aufgrund wachsender Güternmengen steigt, soll der Hafen erweitert werden. Am Dienstag hatten die Voerder Gelegenheit, sich über den aktuellen Planungsstand für die Erweiterung zu informieren. Gleichzeitig sollte die Veranstaltung, an der auch Vertreter der Hafengesellschaft Delta Port teilnahmen, dazu dienen, die Bürger anzuhören. Denn durch die Erweiterung und Umnutzung von Flächen wird es zu Auswirkungen während der Bau- und Betriebsphase kommen, von denen in erster Linie Anwohner betroffen sein könnten.

Konkret geht es bei den Plänen für den Hafen um drei wesentliche Vorhaben: Zum einen soll auf dem bestehenden Areal eine neue Bürofläche erschlossen werden. Damit kämen zu dem bereits bestehenden Bürobestand, der sich über eine Fläche von 0,4 Hektar erstreckt, etwa 0,3 Hektar für Gebäude hinzu. Eine Voerderin regte an, dass sich das neue Gebäude architektonisch in die Landschaft einfügen sollte, damit die "hohe Attraktivität des Standortes beibehalten wird". Zudem solle, aber das ist auch so geplant, die bestehende Allee erhalten bleiben.

Zweitens sollen die Containerkapazitäten ausgebaut werden. Dieter Thurm, Technischer Leiter bei Delta Port, verwies auf wachsende Umschlagszahlen für Container. In den ZARA-Häfen (Zeebrügge, Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) rechnet man laut Thurm mit einem Wachstum von 5,5 Prozent bis zum Jahre 2025. Der Verkehrskorridor Niederrhein spiele dabei eine wichtige Rolle.

Die meisten Anmerkungen der Voerder gab es zur geplanten Westerweiterung des Hafens. Denn die Umnutzung der Flächen zieht eine Reihe anderer Vorhaben nach sich, deren Planfeststellung Delta Port bei der Bezirksregierun Düsseldorf beantragt. So wird geplant, die Kaimauer um 130 Meter zu erweitern und das Gelände auf einer Fläche von über 15 Hektar auf 24,5 Meter über Normalnull anzuheben. Zudem müssen Ausgleichsflächen für den damit einhergehenden Verlust von Flora und Fauna gefunden werden.

Für einen geplanten Fangedamm und die Anhebung des Geländes müssten so etwa 779 000 Kubikmeter Boden aufgeschüttet werden. Ein Anwohner kritisierte, dass es allein durch die dafür notwendigen Lkw-Fahrten zu erheblichen Geräuschemissionen kommen wird. Zu den zeitlichen Beschränkungen der Arbeiten konnte man jedoch noch keine Angaben machen, da sich dies erst im späteren Planungsverlauf herausstellen wird.

Christian Garden von der Wählergemeinschaft Voerde und selbst Mitglied im Aufsichtsrat von Delta Port kritisierte zudem, dass die Ausgleichsflächen für den Verlust von Flora und Fauna teilweise linksrheinisch geplant werden. "Es ist inakzeptabel, dass ein Konzept vorgelegt wird, in dem die Belastungen nicht in Voerde kompensiert werden." Man sei bemüht darum, Ausgleichsflächen in Voerde zu finden, hieß es. Wenn innerhalb der Kommune jedoch keine entsprechenden Flächen dieser Größe zu finden seien, müsse man anderswo einen Ausgleich schaffen.

Quelle: RP
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