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Dinslaken
Die glücklichen Hühner vom Scholtenhof

Dinslaken: Die glücklichen Hühner vom Scholtenhof
Picken und Eierlegen in bester Lage: Die Hühner und Hähne des Scholtenhofs fühlen sich auf der großen Wiese wohl. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Auf den Wiesen des Naturbetriebs in Eppinghoven hat das Geflügel freien Auslauf und genießt die Gesellschaft von Schafen. Von Florian Langhoff

Es ist ein Bild, das wohl kaum idyllischer sein könnte für die Osterzeit. Auf der Wiese des Scholtenhofs grasen friedlich Schafe und Lämmer, während Hunderte von Hühnern auf dem Boden herumpicken. "Das sind vermutlich die glücklichsten Hühner in der Umgebung", sagt Matthias Drescher, Pächter des Bioladens des Scholtenhofs und Besitzer der gefiederten Heerscharen, die auf der Wiese leben. Gut 660 Hühner gehören zum Betrieb. Unterschlupf finden sie in mobilen Ställen.

"Als ich 2013 den Laden übernommen habe, war mir schon klar, dass ich Hühner haben wollte", sagt Drescher. Im Februar 2014 schaffte er den ersten mobilen Hühnerstall an. Mit der Zeit kamen weitere hinzu. Mittlerweile wachsen in drei Ställen Hühner und in zwei weiteren Hähne auf. "Einmal pro Woche werden die Ställe an einen neuen Platz bewegt. Dann ist die Umgebung des Stalls etwas zerlaufen", erklärt Drescher. Der Boden ist leicht matschig, und es wächst dort kein Gras mehr.

Die Hühner haben es gut hier, ihr Tagesablauf ist geregelt. Nach acht Stunden Nachtruhe dürfen sie morgens gemütlich im Stall ihr Frühstück genießen. "Wir verfüttern nur kontrolliert biologisches Futter, das hauptsächlich aus Weizen und Erbsen besteht, dazu Mineralien, die von den Hühnern zum Erzeugen der Eierschalen gebraucht werden", erklärt Matthias Drescher. Im oberen Bereich des Stalls hat jedes Huhn einen eigenen Platz auf der Stange, unten im Scharrraum können sich die Tiere frei bewegen. In Ruhe ihre Eier legen dürfen die Hühner natürlich, auch wenn diese dann von den Mitarbeitern des Biohofs eingesammelt werden. Gut ein Ei pro Tag legen die Hühner, so dass etwa 600 Eier täglich über den Tresen des Bioladens wandern.

Gegen Mittag öffnen sich die Türen des mobilen Stalls, und die Hühner dürfen nach draußen. "Im Sommer können sie allerdings auch schon früher raus", berichtet Matthias Drescher. Nur die jungen Hähne müssen derzeit noch im Stall bleiben, damit sie sich nicht erkälten. Schließlich arbeitet man im Biobetrieb ohne Medikamente.

Draußen auf der Wiese können sich die Hühner frei bewegen und machen das auch gerne. Meistens bleiben sie in der Nähe ihres mobilen Stalls und picken auf dem Boden herum. Manchmal gehen sie aber auch auf Erkundungstour über die Wiese und entdecken hier und da noch ein Körnchen zum Aufpicken. Mit ihren Nachbarn kommen die Tiere gut zurecht: Die Lämmer und Schafe des Scholtenhofs, die auf der Wiese herumlaufen, stören die Hühner nicht, und umgekehrt ist es dasselbe. "Die verstehen sich ganz gut. Es kommt auch schon mal vor, dass ein Huhn auf einem Schaf sitzt, um sich zu wärmen", berichtet Matthias Drescher.

Das alles klingt nach einem rundum glücklichen Hühnerleben. Wären da nicht die räuberischen Nachbarn: Ein Habicht-Paar nistet in der Nähe und hat die Hühnerwiese des Scholtenhofs als Futterstelle für sich entdeckt. "Wir haben schon alles versucht, um die Raubvögel abzuhalten, aber die gewöhnen sich schnell an abschreckende Maßnahmen", sagt Matthias Drescher. So ziehen sich die Hühner gelegentlich in die Deckung des Stalls zurück, wenn sie über sich in der Luft einen Vogel kreisen sehen. Meist geht es gut aus, allerdings sind den Habichten auch schon einige Hühner zum Opfer gefallen.

Allerdings können die Hühner jederzeit in den Stall, und abends schließen sich auch die Klappen. Dann kommt kein Feind mehr rein. Auch keine Füchse. "Die laufen hier schon mal um den Stall herum", erzählt Matthias Drescher "haben aber keine Chance".

Irgendwann ist auch das schöne Hühnerleben auf dem Scholtenhof vorbei. Die Hähne, die ohnehin für ihr Fleisch gezüchtet werden, landen dann im Laden des Scholtenhofs, die Hühner enden ebenfalls dort - als Zutat für eine gute Suppe.

Quelle: RP
 
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