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Dinslaken
Dinslakener Geschichte in acht Räumen

Dinslaken. Im Voswinckelshof wurde jetzt nach sieben Jahren die stadthistorische Dauerausstellung eröffnet.

Wer den Hut auf hat, können die Besucher der neuen stadthistorischen Dauerausstellung im Museum Voswinckelshof selbst bestimmen: Im ersten Obergeschoss wartet eine ganze Kollektion im Schau-Raum der historischen Dinslakener Hutmacherin auf die ganz persönliche Modenschau vor dem Spiegel aus der Jahrhundertwende.

Gestern jedoch standen die Reden im Museum im Mittelpunkt - von denen, die die Verantwortung trugen auf den vielen Entscheidungs- und Gestaltungsebenen zu einem Projekt, das in sieben Jahren rund 300 000 Euro verschlang: Die Präsentation der Geschichte Dinslakens in acht Themenräumen auf der gedrängten Fläche des Voswinckelhofs aus dem 17. Jahrhundert.

Die Neugestaltung war nicht nur aus einem verändertem, auf Interaktivität und moderne Medien ausgerichteten Besucherverhalten nötig geworden: die Bodenbewegungen, die die Sanierung des Museumsgebäudes 2009, zehn Jahre nach seiner Modernisierung 1999, erzwangen, hatten auch einen Teil der alten Präsentation beschädigt.

Ist nun alles neu? "Wir haben keine neue Stadtgeschichte", stellte Dipl.-Ing. Helmut Kessler, Kessler & Co. Ausstellungsplanung, klar. Er konzipierte die Dauerausstellung mit seinem Team aus Kulturwissenschaftlerinnen, einem Architekten und einen Spezialisten für neue Medien . Unterstützung erhielt er dabei nicht nur von den Mitarbeitern des Museums selbst, der Stadtarchivarin Gisela Marzin und den Mitgliedern von Rat und Kulturausschuss, die ihre Ideen im eigenen Arbeitskreis Baustelle Museum beisteuerten, sondern auch aus der Dinslakener Bevölkerung. Historisches Material wurde von einem Mitglied des Filmclubs aufbereitet, Edgar Hellwig realisierte moderne Videoeinspielungen, Heinz Ingensiep arbeitete Texte aus. Dazu kommen die Sammler und Dauerleihgeber, ohne die das Stadtspezifische der eigenen Geschichte und damit seiner Identität gar nicht möglich wäre.

Wenn ein Stadtmuseum ein so großes Magazin an Originalobjekten aus Lebens- und Berufswelt hat wie Dinslaken, ist das für Ausstellungsmacher ein großes Glück. "Gott sei Dank", freute sich Helmut Kessler zu Beginn seiner Erläuterungen zur Ausstellungskonzeption im Rahmen der feierlichen Eröffnung gestern im Museum, in dem vor allem auch Bürgermeister Dr. Michael Heidinger und Museumsleiter Dr. Peter Theißen Dankesworte aussprachen.

Aber wer die Wahl hat, hat auch die Qual: Wo sollen thematische Schwerpunkte gesetzt werden, um die Alleinstellungsmerkmale einer Stadt wie Dinslaken zu veranschaulichen? Neben den frühgeschichtlichen Funden, dem Stadtmodell mit neuem Schubladensystem, das den Vergleich mit historischen Karten erlaubt, und Münzen wie dem Dinslakener Pfennig liegt der Schwerpunkt eindeutig im Arbeitsleben der Dinslakener.

Von der Backstube im Obergeschoss, die in Zusammenarbeit mit der Familie Schollin entstand, über die Stahlindustrie in Dinslaken bis zur Lohberger Zeche. Ein eigener Raum ist dem jüdischen Leben gewidmet, im Kern die Sonderschau, mit der Kessler und sein Team ihre hiesige Arbeit begannen.

Nun ist ihre Tätigkeit beendet, die eigentliche Aufgabe fängt allerdings erst an: Es gilt für die Dinslakener selbst, die Ausstellung mit zwölf digitalen und zwölf analogen Stationen zu erkunden.

(bes)
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