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Serie Anne Bude
Ein Kiosk mit langer Familiengeschichte

Dinslaken. Am Kreisverkehr zwischen Römerstraße und Herzogstraße steht Nicole Baßiere in dritter Generation im Kiosk. Von Florian Langhoff

Walsum Die Geschichte des Kiosk von Nicole Baßiere ist so alt, wie das Gebäude, in dem sich die Verkaufshalle befindet. Seit 1968 gibt es das Geschäft an der Kreuzung zwischen Römerstraße und Herzogstraße. "Meine Großmutter hatte hier schon einen Tante-Emma-Laden", erklärt die Inhaberin des Kiosks. Später übernahm ihr Vater das Geschäft, verkaufte auf größerer Fläche Lebensmittel. "Das lohnte sich nicht mehr, als in der Nähe Discounter und Supermärkte öffneten", erzählt Nicole Baßiere. Und so wurde aus dem Lebensmittelgeschäft ein Kiosk. Das erklärt auch die Größe der Verkaufshalle, die nicht begehbar ist.

Dafür gibt es hier Platz für ein reichhaltiges Warenangebot. Natürlich gibt es kalte Getränke, Knabberkram, Süßigkeiten und Tabakwaren. Außerdem Eiscreme und einige Dinge für den täglichen Bedarf wie Kaffee oder Filtertüten und eine Auswahl von Tageszeitungen und Zeitschriften. Hinzu kommt bei Nicole Baßiere die Tatsache, dass sie täglich frische Brötchen (auch belegt) im Angebot hat. "Das macht meinen Kiosk auch für die Arbeiter interessant, die von der Nachtschicht kommen oder zur Frühschicht fahren", erklärt die Kioskinhaberin. So müssen ihre Kunden nicht extra zum Bäcker fahren, um etwas für ihre Pause zum Essen zu haben. Daher öffnet sie ihr Geschäft sechs Tage in der Woche von 5 bis 20 Uhr.

"Natürlich ist das Geschäft in den vergangenen Jahren schwieriger geworden", erzählt sie. Mit dem Wegfall der Zeche in Walsum und der Krise bei der Papierfabrik Norske Skog wurden die Kunden weniger. Auch daher ist das Geschäft mit den Arbeitnehmern früh am Morgen wichtig. Zum Glück liegt ihr Kiosk für viele von ihnen quasi direkt auf dem Arbeitsweg. Allerdings ist der Verkaufsbetrieb nicht alles, denn die Verkaufshalle ist zeitgleich auch ein Paketshop. "Hier können die Kunden während der Öffnungszeiten ihre Pakete aufgeben", erklärt die Kioskbesitzerin.

Aber auch Nachmittags kommen die Menschen gerne an den Kiosk von Nicole Baßiere und das hat einen ganz bestimmten Grund. Neben dem Angebot, dass man an jedem Kiosk bekommt, warten hier auf Besucher einige besondere Leckerbissen. Da sind zum einen die Brühwürste, die weit über Walsum hinaus bekannt sind. "Die sind riesengroß und bei unseren Kunden unheimlich beliebt", erklärt Nicole Baßiere. Doch das ist bei weitem nicht das ganze kulinarische Angebot. "Da ich mit meinem Mann zusammen einen Partyservice betreibe, bekommen die Kunden hier auch hausgemachte Frikadellen und ebenfalls hausgemachten Nudel- und Kartoffelsalat", erklärt die Kioskinhaberin. Außerdem gibt es jeweils am Mittwoch ab 11 Uhr Spießbraten. "Wenn jemand zum Mittagessen vorbeikommt, findet er hier auf jeden Fall auch eine kleine Auswahl", erklärt Nicole Baßiere.

Obwohl sie selbst den Kiosk erst 2013 offiziell übernommen hat, ist sie natürlich in der Verkaufshalle mit aufgewachsen. Wohl auch deshalb kommen viele Stammkunden immer wieder gerne zum Kiosk. "Ich höre öfter mal von Menschen, dass sie schon als Kinder zum Einkaufen hergekommen sind", erklärt Nicole Baßiere. Und bei vielen ihrer Stammkunden weiß sie natürlich auch schon, was sie wollen, noch bevor sie ihren Wunsch geäußert haben. Das gehört einfach mit dazu, wenn man einen solchen Betrieb in der dritten Generation führt.

Zu den Stammkunden, die öfter den Kiosk am Kreisverkehr besuchen, gehört auch Bernhard Nigbur. Seit 2005 zählt er zur treuen Kundschaft an der Verkaufshalle. "Ich kaufe mir hier vor allem die Tageszeitung und einige Zeitschriften", erklärt der 64-Jährige. "Die Wurst hier ist allerdings der besondere Renner", sagt er und bestellt sich direkt eine der besonderen Leckereien. "Wo bekommt man sonst an einem Kiosk so eine Wurst? Davon wird man wenigstens satt", erklärt der 64-Jährige.

Quelle: RP
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