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Dinslaken
Fiete - in Hiesfeld bekannt wie ein bunter Kater

Dinslaken. Petra Sonnenberg war froh, dass ihr Fiete neulich zu Hause war, als in Hiesfeld ein Geldautomat gesprengt wurde. Denn der Kater mag Geldinstitute, sagt sie. Weil er Dauergast der Sparkasse Hiesfeld ist, nennen ihn manche Sparkassen-Kater. Supermarkt-Kater würde ebenso gut passen. Oder Seniorenheimkater, Marktkater - überhaupt: Menschenkater. Denn Fiete liebt Menschen und schnurrt sich bei seinen Ausflügen an sie heran. Und ist in Hiesfeld deswegen bekannt wie ein bunter - Kater. Von Anja Hasenjürgen

Im sozialen Netzwerk Facebook hat der rote Kater mittlerweile eine eigene Fangemeinde. "Katze in Hiesfeld zugelaufen" - sobald ein hilfsbereiter Mensch das postet, dauert es nicht lange, bis jemand antwortet, dass das ganz bestimmt wieder Fiete auf Tour ist und dass der zutrauliche Kater durchaus ein liebevolles Zuhause hat und dort auch genug Futter bekommt.

Am liebsten besucht der einjährige Kater die Sparkasse in Hiesfeld. Dabei ist es nicht etwa so, dass er zufällig in das Geldinstitut hineingerät. Sondern er will da rein. Macht sich lang an der Glastür und lässt sich, wie jüngst jemand auf Facebook schrieb, "nur mit Mühe davon abbringen, nicht in die Sparkasse zu kommen."

Fietes Ausflüge sind auf unzähligen Schnappschüssen von unzähligen Menschen dokumentiert. Fiete am Geldautomaten, Fiete flirtet auf einer Terrasse mit anderen Katzen, Fiete schnorrt auf einem Wohnzimmertisch Leckerchen, Fiete döst auf einem Sofa im Seniorenheim. "Sogar im Spa hat er sich schon breitgemacht", erzählt Petra Sonnenberg, die in diesem Fall zum Abholen lieber ihren Lebensgefährten Gert Friso geschickt hat - mit der scherzhaften Bitte, dem Kater ein paar Proben einzupacken.

Auch im Seniorenheim entdeckte Friso den Kater eher zufällig. Er hatte beruflich dort zu tun, als eine ältere Dame ihm erzählte, dass sie nun eine Haustier habe - eine Katze. Und da lag er, Fiete, und machte es sich auf dem Sofa bequem. Das Foto, das Gert Friso seiner Petra daraufhin schickte, machte auf Facebook die Runde. Fiete hinter dem Schild "Ich bin wieder zu Hause" - das postete Petra Sonnenberg Anfang Juli, als Fiete einmal zwei Tage verschollen war und halb Hiesfeld mitsuchte. Denn normalerweise taucht der Kater zum Abendessen wieder auf.

Wegen des verrückten Katzentiers hat sich die 45-Jährige erst beim sozialen Netzwerk angemeldet. Denn so lustig das für viele Menschen ist, wenn Fiete mal wieder bei der Bank Mäuse abheben möchte - die Besitzerin macht sich Sorgen, dass der zutrauliche Ausflügler versehentlich adoptiert wird. So mancher tierliebe Hiesfelder hat das schlaue Tier nach dem Hinweis, dass es durchaus ein Zuhause hat, wieder laufen lassen - bedauernd zumeist.

Der rote Kater, dem man den Maine-Coon-Opa ansieht, lässt sich ganz katzenuntypisch auch von Kindern knuddeln und herzen. Auf der ersten Autofahrt von Stuttgart nach Hiesfeld - Fiete wurde "unehelich" bei einer Freundin von Petra Sonnenberg geboren - gab der Mini-Kater erst Ruhe, als er aus dem Körbchen geholt wurde und auf dem Arm von Petras Tochter Amelie schlafen durfte. Mit den Nachbarskindern spielt er im Garten wie ein Hund.

Manchmal bekommt Petra Sonnenberg auch ungefragt Nachrichten, wo Fiete gerade steckt. "Er war den ganzen Tag mit unseren Kindern zelten" zum Beispiel. Als er sich im Supermarkt bis zur Fleischtheke vorgearbeitet hatte, gaben ihn die Mitarbeiterinnen beim Tierarzt ab, der dann bei Frauchen anrief. Denn selbstverständlich ist Fiete gechipt, registriert und kastriert. Ein Halsband mit Peilsender schlagen Fiete-Freunde Petra Sonnenberg immer wieder vor. "Aber ich habe Angst, dass er damit irgendwo hängen bleibt." Demnächst wollen Mutter und Tochter eine eigene Facebook-Seite für Fiete einrichten. Die Fangemeinde hat er schon.

Quelle: RP
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