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Voerde
In Spellen werden Baulücken geschlossen

Voerde. Verwaltung entwickelte städtebauliche Regeln unter Beteiligung der Bürgerinteressengemeinschaft.

Die Stadt will dem spürbaren Einwohnerschwund in Spellen bekanntlich dadurch entgegen treten, dass sie einen Zuzug ermöglicht, ohne dafür neue Baugebiete in Außenbereichen ausweisen zu müssen. Diese Vorgehens ergibt sich unter anderem aus dem vom Land verfolgten Ziel, den Flächenverbrauch - auch für Wohnen - deutlich zu reduzieren. So sollen täglich nur noch fünf Hektar neue Fläche versiegelt werden. Die Stadt wendet in Spellen das Prinzip der sogenannten Nachverdichtung an, bei dem freie Flächen innerhalb einer bestehenden Bebauung für die Schaffung neuen Wohnraums genutzt werden. Ein Weg ist die Schließung von Baulücken im Innenbereich oder der Abriss von Altbestand mit nachfolgendem Neubau, der eine höhere Wohndichte bietet. Nach Ansicht der Stadt böten sich große, mit Einfamilienhäusern bebaute Grundstücke, für deren Besitzer die Unterhaltung aufgrund des Alters oder da sie alleinstehend sind, problematisch wird, für eine veränderte Nutzung an. Wie die Nachverdichtung von statten gehen soll, dazu hat die Verwaltung unter Beteiligung der Bürgerinteressengemeinschaft (BIG) Spellen städtebauliche Regeln entwickelt, die dem Planungs- und Umweltausschuss am Dienstag, 21. Juni, zur Kenntnis gegeben werden.

Eine Richtlinie für die Entwicklung in der bestehenden Ortslage lautet, die vorhandene Siedlungsdichte auch bei einer Nachverdichtung beizubehalten. Generell soll dabei in Spellen nicht über 1,5-Geschosse hinaus gegangen werden, in zentralen verdichteten Bereichen wie der Dorfmitte wären auch 2,5-Geschosse möglich, wie die Verwaltung in der Drucksache zu dem Thema erläutert. Bestimmte gestalterische Vorgaben seien in dem Workshop Ende April, in dem Verwaltung und BIG "intensiv über die Stärken und Schwächen" des Ortsteils diskutiert hätten, für Spellen nicht gewünscht worden.

Ein gewisses einheitliches Bild soll für das jeweilige Quartier aber erreicht werden. Somit könnten im Einzelfall gestalterische Festsetzungen - etwa Dachform, Farbgestaltung oder Einfriedung betreffend - angemessen sein.

Eine Nachverdichtung soll auch langfristig verfügbare Potenziale nicht blockieren, einzelne Grundstücke dürften nicht abgebunden werden. Es geht darum, grundsätzlich eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. Heute sind die Bevölkerungszahlen allgemein rückläufig. "Wir wissen nicht, welche Bedeutung Stadtentwicklung in 30, 50, 100 Jahren haben wird", erklärt Planungsdezernent Wilfried Limke. Eine weitere städtebauliche Regel zur Nachverdichtung beinhaltet, dass die Störwirkung auf den vorhandenen Wohnbestand so gering wie möglich sein soll.

(P.K.)
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