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Voerde
Kaum Zuspruch für Markt am Nachmittag

Voerde. Die Idee der Voerder FDP stößt bei Anbietern nicht auf Gegenliebe, geteiltes Echo bei den Kunden. Von Petra Keßler

Der Vorschlag der FDP, den Wochenmarkt in Voerde-Mitte an den Dienstagen zeitlich nach hinten zu verschieben, stößt bei den Händlern auf Skepsis, wie eine Umfrage auf dem Rathausplatz zeigte: Die Idee dahinter findet Christopher Pottbäcker von "Pottbäckers Bauerladen" nicht schlecht, allerdings zweifelt er an, dass am Ende der gewünschte Effekt erzielt wird. Es werde mit Sicherheit einige geben, die es schätzen würden, wenn der Wochenmarkt an den Dienstagen nachmittags stattfände, unter dem Strich jedoch würden dadurch nicht mehr Kunden kommen.

Diese Einschätzung vertreten gestern viele seiner Kollegen. Dass von einer Verlegung des Wochenmarktes von vor- auf nachmittags oder den frühen Abend eine große positive Wirkung ausgeht, ist auch für Britta Hoppmann vom "Hof Schäfer" mit einem Fragezeichen versehen. Der Obst- und Gemüsehandel aus Dingden/Nordbrock ist freitagnachmittags in Spellen auf dem Bauernmarkt vertreten. Dahinter aber stehe ein anderes Konzept, das Angebot dort sei anders gestaltet - auch mit Essensständen und Aktionen, sagt Bianca Marten-Terweiden. Auch Standnachbar Henk Gerdes glaubt nicht, dass der Vorstoß der FDP etwas bringen würde. Er befürchtet, dass der Wochenmarkt am Ende dienstags ganz kippen könnte, wenn es mit den neuen Öffnungszeiten nicht klappt. Für einen Nachmittagsmarkt hält er den Freitag per se für den besseren Tag. In Voerde-Mitte sieht er für sich aber keinen Bedarf dafür: Er habe auch morgens dann gut zu tun. Für den Käsehändler liegt die Schwierigkeit in Voerde im allgemeinen woanders: "Unser Problem ist nicht die Marktzeit, unser Problem ist das Drumherum", sagt er und zeigt auf den massiven Ladenleerstand im großen angrenzenden Geschäfts- und Wohnhaus am Rathausplatz, in dem der Schlüssel für die Entwicklung der Innenstadt liegt.

Genauso schätzen auch Christel und Helmut Wagner die Situation ein. "Durch einen Nachmittagsmarkt würde man das nicht retten", sagt Christel Wagner. Noch gut kann sich ihr Mann an die Zeit vor zehn, 15 Jahren erinnern. Da sei der Voerder Marktplatz voll gewesen, stellt er mit Blick auf die heutige Zahl der Händler fest. Für Christel und Helmut Wagner wäre es nicht möglich, dienstags am Nachmittag in Voerde anzufangen. Sie reisen aus Weeze an, die Anfahrt dauert etwa eine Stunde und tags darauf geht es frühmorgens bereits wieder Richtung Friedrichsfeld zum Wochenmarkt. Auf diesen Aspekt weist auch Christopher Pottbäcker hin: "Das muss alles organisierbar bleiben."

Auch die Jahreszeiten werden als Argumente contra Marktplatzverlegung von Beschickern angeführt: Im Winter sei es schon gegen vier, halb fünf dunkel, ist da zu hören. Für Ältere sei das ein Problem, gibt Pottbäcker zu bedenken. Im Sommer dann stellt sich für Händler von Frisch- und Kühlwaren die Schwierigkeit, ihre Produkte nachmittags bei Hitze zu schützen.

Geteiltes Echo auf die Anregung der FDP gibt es gestern bei den Kunden: Berufstätige wie Holger und Ursel Taube aus Löhnen finden die Idee gut. Er arbeitet in Frühschicht, sie in Wechselschicht. Beide könnten, wenn sie nicht wie gestern frei haben, bei nach hinten verschobenen Öffnungszeiten dienstags häufiger auf dem Wochenmarkt einkaufen und würden dies auch tun. Anja Neth, die vormittags arbeitet, würde das ebenfalls nutzen. Die Voerderin bedauert, dass dienstags auf dem Wochenmarkt "nicht mehr viel" ist. Sie glaubt allerdings nicht, dass eine Verlegung auf den Nachmittag da "etwas bringt". Ihre Mutter Ingrid Schild möchte lieber, dass der Wochenmarkt nicht verschoben wird. Nachmittags habe sie anderes zu tun. Auch Heli Görgen ist für die Beibehaltung der Marktzeit am Dienstag. Die 67-Jährige verbindet den Einkauf dort mit einem Besuch im Fitnessstudio.

Quelle: RP
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