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Dinslaken
Kultur mit Kafka, Klassik und Kinohits

Dinslaken: Kultur mit Kafka, Klassik und Kinohits
"Klassik in der Tiefgarage" ist ein kammermusikalischer Dauerbrenner: Der Flügel wird am 18. und 19. Juni im Untergeschoss der Stadtbibliothek "geparkt". FOTO: Heiko Kempken
Dinslaken. Für die aktuelle Spielzeit verzeichnet der Fachdienst Kultur leicht rückläufige Abonnentenzahlen. Die Comedy-Reihe ist weiterhin der Renner. Auch die Jazz Initiative verzeichnet Zuwächse. Von Bettina Schack

Noch stehen die einzelnen Termine nicht fest, aber was die Abonnenten der städtischen Schauspiel-, Kabarett- und Kindertheaterreihen in der nächsten Spielzeit an welcher Spielstätte erwarten dürfen, ist Teil der Vorlage des Fachdienstes Kultur für die nächste Kultur- und Partnerschaftsausschusssitzung der Stadt Dinslaken am Dienstag, 16. Februar. Der Fachdienst schlägt vor, der Ausschuss entscheidet, so will es das Prozedere. Dass eine Veranstaltung oder ein ganzes Konzept gekippt wird, ist aus der Erfahrung der letzten Jahre nicht zu erwarten.

Und somit herrscht jetzt auch über die Reihen, die bislang in der Kathrin-Türks-Halle durchgeführt wurden, Klarheit. Die Premieren der Burghofbühne finden grundsätzlich im Tribünenhaus der Trabrennbahn statt, wo das Ensemble auch ungestört seine Endproben durchführen kann. Die Tourneetheaterstücke der Schauspielreihe dagegen werden in der Aula der Freien Waldorfschule in Eppinghoven gezeigt, und das Kindertheater der Reihe "Kleine Halle" zieht in die Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums.

Drei verschiedene Orte - was allerdings alle drei Reihen gemein haben, sind viele Stücke, die den Besuchern zumindest vom Namen her bekannt sein dürften.

Die Burghofbühne bringt "Casanova" und "Peer Gynt" auf die Bühne, zeigt die "Vermessung der Welt" und die Komödie "Männerhort". Den Weg vom Kino auf die Theaterbühne gehen auch "Honig im Kopf" und "Er ist wieder da" in Rahmen der Schauspiel-Reihe. Dazu gibt's die Klassiker "Wie es euch gefällt" anlässlich des 400. Todesjahres von William Shakespeare und Kafkas "Prozess". Ingolf Lück steht in "Seite eins" mit seinem Smartphone allein auf der Bühne.

Für die aktuelle Spielzeit verzeichnet der Fachdienst Kultur leicht rückläufige Abonnentenzahlen: insgesamt von 1470 in der Spielzeit 2014/2015 auf aktuell 1314. Größere Zuwächse gab es nur im Dachstudio-Quintett sowie im Schauspiel-Trio und Schauspiel-Quintett. Allerdings können diese Zahlen schon nicht mehr den Wegfall des flexiblen Wahlabos ausgleichen.

Gegen diesen Trend steuert die "Jazz Initiative", konnte sogar noch dazugewinnen. 74 Abonnenten verfolgen die Jazz-Reihe im Ledigenheim regelmäßig, dazu kommt das wechselnde Publikum der stilistisch sehr unterschiedlichen Konzerte von Swing bis zu indischer Musik. Die Namen für die nächste Spielzeit stehen noch nicht fest, aber man darf gespannt sein, schließlich feiert die "Jazz Initiative" ihr 20-Jähriges.

Wiederholt wird auf jeden Fall das "Jazz an der Burg"-Open-Air im Burginnenhof samt des "Jazz-Hoppings", das es am Vorabend des Festivals im vergangenen Sommer zum ersten Mal in den Kneipen der Altstadt gab und das außerordentlich gut angenommen wurde. Bereits fest stehen die beiden Termine für den kammermusikalischen Dauerbrenner "Klassik in der Tiefgarage". Der Flügel wird 2016 am 18. und 19. Juni im Untergeschoss der Stadtbibliothek "geparkt". Außerhalb der Abonnentenreihen wird es auch wieder Konzerte mit den "Sweethearts" geben, die ebenfalls schon in dieser Saison für ein ausverkauftes Dachstudio gesorgt haben.

Ausgebucht wird es voraussichtlich auch in der kommenden Saison bei den Veranstaltungen der Kabarettreihe sein: Dafür werden wohl das "Schwarze Schaf" Stefan Waghubinger, Fatih Cevikollu, Anka Zink, Martin Fromme und Uli Masuth sorgen. Noch nicht die gewünschte Trendwende in den Abozahlen brachte dagegen die Neuausrichtung der Studiobühne hin zur Comedy, allerdings seien die Einzelverkäufe gestiegen, heißt es aus dem Fachdienst Kultur. Zu den Acts 2015/2016 gehört Carmela de Feo als La Signora.

Insgesamt beantragt der Fachdienst Kultur die Bereitstellung von Mitteln in Höhe von 159 000 Euro. Darin enthalten sind jeweils 6000 Euro für die Unterstützung der alternativen Kulturarbeit sowie für Promi-Honorare und Technik der Talk-Reihe "Das Maaß ist voll".

Keine Euro-Beträge, sondern die kostenfreie Bereitstellung der Spielstätte: So sieht die Zusammenarbeit von Stadt und Dinslakener Chören und Ensembles beim DIN-Musik-Tag, den Konzerten des Kammerorchesters im OHG und dem Offenen Singen aus. Die "Klassik in der Tiefgarage" belastet den städtischen Etat nicht: Die Künstler werden auf Einnahmebasis verpflichtet.

Quelle: RP
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