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Dinslaken
Landschaftsbilder sind ein Stück Stadtgeschichte

Dinslaken. Die Felix-Hollenberg-Ausstellung im Museum Voswinckelshof ist eröffnet. Von Bettina Schack

Auf reges Interesse stieß am Sonntag die Vernissage der Ausstellung mit Radierungen, Aquarellen und Gemälden von Felix Hollenberg (1868-1945) im Museum Voswinckelshof. Eine Ausstellung, die, so Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, ganz besonders zum neuen Stadthistorischen Zentrum passe. Zum einen ist sie das Ergebnis einer langjährigen Sammeltätigkeit von Museum und Stadtarchiv, die nun eine räumliche Einheit bilden (mit dazu nannte Heidinger auch die eine Straße weiter gelegene Stadtbibliothek).

Auf der anderen Seite stellt das Werk des in Dinslaken aufgewachsenen Künstlers direkte Bezüge zum Konzept des Stadthistorischen Museums her. Da ist einmal der "Radierer Hollenberg, ein Meister seines Fachs" so Heidinger. Hollenbergs theoretische Publikationen zum Thema und ein Film über Radiertechnik, wie sie an der TU Dortmund gelehrt und praktiziert wird, ergänzen die Ausstellung des grafischen Werks, die so auch "eine Präsentation eines alten Handwerks" sei und so auch hervorragend ins Stadthistorische Museum passe.

Die Inhalte der Landschaftsbilder von Hollenberg bis 1910 sind für Dinslaken selbst ein Stück Stadtgeschichte. Die Industrialisierung der Jahrhundertwende blendete er zwar lieber aus. Aber doch war er es, der als erster ein bildnerisches Zeugnis vom Bergbaustandort Lohberg ablegte. Die "Bohrhütte" dokumentiert allerdings das erste Abteufen nicht um seiner selbst Willen: Es ist das Spiel aus Licht und Schatten, die dunkle, markante Silhouette des Turms, die Hollenberg gereizt zu haben schienen. Ähnlich wie manch drohende Wolkenformation über dem Himmel von Hiesfeld, wie die Schatten, die dort die Bäume auf den Hof seines Onkels werfen.

Die beiden anderen technischen Bauwerke in Hollenbergs Bildern und Radierungen sind die Wasser- und die Windmühle in Hiesfeld. Erstere übrigens in der einzigen, privaten Leihgabe der Ausstellung vertreten: ein technisch sehr hochstehender Druck, den Hollenberg in nur einer Auflage von zehn Stück anfertigte. "Auch dies zeigt, welche Wertschätzung Hollenberg diesem Hiesfelder Motiv entgegenbrachte", so Museumsleiter Dr. Peter Theißen.

Eingerahmt wurden die Reden der Vernissage von Beiträgen aus dem aktuellen Kulturleben der Stadt: Elena Lebedeva, Dozentin an der Musikschule Dinslaken, spielte u.a. Schumanns "Von fremden Ländern und Menschen" auf dem Klavier.

Das Museum Voswinckelshof ist dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

(bes)
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