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Dinslaken
Markt der Kulturen den Polen gewidmet

Dinslaken: Markt der Kulturen den Polen gewidmet
Hans-Karl Bellinghausen (von links), Clemens Mues und Gilbert Kuczera halten Lohberg in der Hand - gezeichnet von Czeslaw Fojcik. FOTO: Joosten
Dinslaken. Erste Veranstaltung einer neuen Reihe des Forums Lohberg fand auf der Wiese hinter der Blauen Bude statt. Wreslaw Fojcik, bekannt auch als Jan Skamel, hatte einige seiner Bilder mitgebracht.

"Dwuadresowa", "Doppeltadressierte": So bezeichnet die Lyrikerin Joanna Duda-Murowski sich und ihre im Ruhrgebiet lebenden Landsleute. Ein Begriff, der allerdings auf alle Menschen passt, die eine alte Heimat verlassen, aber im Inneren nicht aufgegeben und eine neue gefunden haben. Das Ruhrgebiet hat seine Identität durch diese Menschen entwickelt. Aber konkret den Polen, die vor über 100 Jahren in diese Region kamen und an die häufige Nachnamen erinnern, war am Samstag der erste Markt der Kulturen des Forum Lohberg auf der Wiese hinter der Blauen Bude gewidmet. Gestaltet wurde der Nachmittag von einer heutigen deutsch-polnischen Generation in Kooperation mit dem Restaurant Gdanzka und Gitarrissimo aus Oberhausen.

Joanna Duda-Murowski liest ihre Gedichte auf polnisch, sie werden live übersetzt. Sie handeln vom Träumen und vom Akzeptieren von Wahrheit, von der Kommode, die unser Leben ist mit ihren Schubläden der Erinnerung und der Hoffnungen. Universal Verständliches, von jedem Gefühltes, in lyrische Worte zweier Sprachen gegossen.

Universell auch die Bilder, die in den Zelten gezeigt werden. Joanna Duda-Murowski und ihr Mann Christian Murowski stammen beide aus der alten Silberbergwerksstadt Tarnowskie Góry. Christian Murowsky malt die oberschlesische Stadt und die Landschaften hierzulande sowie im bevorzugten Urlaubsgebiet des Paares an der weißrussischen Grenze. "Nostalgisch", wie seine Frau meint". Mit einer ausgesprochen guten handwerklichen Technik, möchte man ergänzen. Die Details und vor allem das Spiel der Farben zu den wechselnden Tageszeiten sind meisterlich umgesetzt. Die Bilder von Wreslaw Fojcik dürften einigen in Dinslaken noch bekannt sein, weniger vielleicht sein Name. Als Jan Skamel malte er jahrelang auf der Trabrennbahn am Bärenkamp die Pferde. Einige seiner mit leichten und lockeren Strich gemalten Bilder hat der Künstler, der in Essen eine Malschule führt, zum Markt der Kulturen mitgebracht. Im Zentrum steht ein Bild vom Fest im Bergpark, das er vor Ort entstehen lässt.

Gilbert Kuczera, der bei der Schülerpersonalagentur in Lohberg tätig war, hat den Markt der Kulturen ins Leben gerufen und ist begeistert, dass er sofort so viele Mitstreiter für seine Idee gewinnen konnte. Auf der Bühne treten die deutsch-polnische Rockband Communa, Ankerrock und die Singer-Songwriterin Manuela Kaiser mit ihrem Trio auf, das Gdanzka hat Spezialitäten vom Bigos über Krakauer und Piroggen mit Pilzen und Sauerkraut bis zu Schokoladenbonbons und Bier aufgefahren. "Der Markt der Kulturen" soll eine Reihe werden" , so Kuczera. Schließlich kamen nach den Polen noch Menschen vieler weiterer Nationen nach Lohberg. Sie brachten sich nicht nur durch ihre Arbeit, sondern auch durch ihre Kultur ins Ruhrgebiet ein.

(bes)
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