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Dinslaken
Pflegefamilien: Gute Quote bei der Vermittlung

Dinslaken. Jüngeren Kindern im Säuglings-, Vorschul- und Grundschulalter kann der Heimaufenthalt zumeist erspart bleiben.

Ein Pflegekind ist ein Kind, das nicht bei seinen leiblichen Eltern, sondern in einer anderen Familie lebt, die vom Jugendamt pädagogisch begleitet und finanziell unterstützt wird. Häufig sind es die häuslichen Umstände, die dazu führen, dass das Kind aus seiner Ursprungsfamilie herausgenommen werden muss. Es kann aber auch der plötzliche Tod der Eltern sein oder das Fehlen von Verwandtschaft, wie es gerade bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in denvergangenen Jahren immer häufiger vorgekommen ist.

Die örtliche Jugendbehörde steht dann vor der Entscheidung, das Kind in einem Heim unterzubringen oder in einer Pflegefamilie. "Es ist immer die bessere Lösung, wenn ein Kind in einer Familie aufwächst", ist man im Dinslakener Geschäftsbereich Jugend und Soziales überzeugt. Und da spielt es noch nicht einmal die entscheidende Rolle, dass die Heimunterbringung die Steuerzahler weitaus teurer zu stehen kommt.

So werden also immer wieder Menschen gesucht, die in ihrer Familie Raum für ein Pflegekind schaffen. Aber während andere Kommunen durchaus Schwierigkeiten haben, geeignete Familien zu finden, ist man in Dinslaken in dieser Hinsicht gut aufgestellt. Rund 75 Kindern, die in Heimen leben, stehen 110 Pflegekinder gegenüber, die die Chance haben, in einer Familie aufzuwachsen. "Im Vergleich zu anderen Städten stellt das eine richtig gute Quote dar", konstatiert Michael Ahls, der Leiter des Fachdiensts Soziale Dienste.

Jüngere Kinder im Säuglings, Vorschul- und Grundschulalter können zur Zeit fast ausnahmslos vermittelt werden. Zumindest in Bereitschaftsfamilien, bei denen Kinder wegen akuter Probleme oder Gefährdungssituationen für eine vorübergehende Zeit Aufnahme finden können. Hier haben sie die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, in einer sicheren und ihnen zugewandten Atmosphäre einige Wochen oder Monate zu verbringen, bis ihre weitere Perspektive geklärt ist.

Eine weitere Unterbringungsmöglichkeit ist die Dauerpflege. Hier wird das Kind in die neue Familie integriert und findet so dauerhaft ein neues Zuhause. Je älter ein Kind ist, desto schwieriger wird es, eine geeignete Pflegefamilie zu finden. Hier spielt die Sorge eine große Rolle, dass die Pflegeeltern durch die negativen Vorerfahrungen des Kindes ihrer Aufgabe nicht gewachsen sein könnten.

Umso wichtiger ist der Stadt Dinslaken, dass die Pflegeeltern bestens auf ihre neue Rolle vorbereitet werden. Vorbereitende Gespräche und Seminare gehören zu den Bausteinen, die alle interessierten Pflegeeltern zunächst einmal absolvieren müssen. Aber auch danach werden sie nicht allein gelassen. Regelmäßige Treffen aller Pflegeeltern und der enge Kontakt zu den Fachkräften im Sozialen Dienst sind in Dinslaken Standard. "Das ist unser Erfolgsrezept", verrät Michael Ahls. "Tatsächlich haben wir in Dinslaken nahezu keine Abbrecherquote in den Pflegefamilien. Wir suchen unsere Pflegeeltern sorgfältig aus und lassen sie in ihrer so wichtigen Arbeit nicht allein."

Und das sollten interessierte Pflegeeltern mitbringen: Die Wohnsituation muss stimmen, ebenso die finanzielle Situation, die psychische wie physische Stabilität und ein eintragsfreies Führungszeugnis. Von besonderer Bedeutung ist es, dass die künftigen Pflegeeltern bereit und in der Lage sind, ihr eigenes Handeln zu reflektieren und sowohl dem Kind als auch der Herkunftsfamilie mit Wertschätzung zu begegnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob interessierte Pflegeeltern verheiratet oder unverheiratet, gleichgeschlechtliche Paare oder Alleinlebende sind. Interessierte können sich jederzeit im Fachdienst Jugend und Soziales informieren (Telefon 02064 - 66 453).

Quelle: RP
 
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