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Dinslaken
Sherlock Holmes einmal ganz ausgebufft

Dinslaken: Sherlock Holmes einmal ganz ausgebufft
Erzählt "Spielfilme" mit Stimme und Gitarre: Josef Schoenen. FOTO: Kempken
Dinslaken. Der Sprecher, Vorleser und Gitarrist Josef Schoenen eröffnete neue Reihe im Café Kostbar. Von Bettina Schack

Die "Barcarole" kam von der Schallplatte. Das allerdings war das einzige, was im "Spielfilm fürs Ohr" zum Auftakt einer neuen Lesereihe im Café Kostbar nicht live war - und dies auch nur in der Erzählung von Sir Arthur Conan Doyle. Der Sprecher, Vorleser und Gitarrist Josef Schoenen spielte sich wort- und gestenreich durch "Der Mazarin Stein", ein Abenteuer, das Sherlock Holmes 1903 als eines der letzten seiner aktiven "Ermittlungsberater"-Laufbahn besteht. Oder besser: das er zur Aufklärung eines spektakulären Raubs eines britischen Kronjuwels in seinen eigenen vier Wänden in der Baker Street inszeniert.

"Der Mazarin Stein", von Doyle ursprünglich fürs Theater verfasst und erst später als eine von nur zwei nicht von Dr. Watson erzählte Geschichten veröffentlicht, zeigt Holmes von seiner gerissensten Seite.

Mit lauernd geduckter Haltung und leicht gepresster Stimme verlieh Schoenen dem Meisterdetektiv Sarkasmus und Ironie in fast jedem seiner Sätze. "Er will doch nur spielen", könnte man über Holmes sagen und im "Mazarin Stein" spielt er mit fast jedem. Mit Watson, der nach seiner zweiten Heirat sich so lange nicht mehr in der Baker Street hat blicken lassen, dass er sich umschaut, ob noch alles beim Alten ist. Holmes schickt ihn augenblicklich zur Polizei, um seine "Mörder in spe" anzuzeigen. Die wiederum bittet er in die eigene Wohnung, bietet ihnen mit der Waffe im Schlafrock Straffreiheit gegen die Aushändigung des geraubten Juwels an, überlistet sie aber mit Grammophon und Wachs-Double.

Und kaum sind die Übeltäter verhaftet und der Stein in Holmes Händen, benutzt er ihn, um einen arroganten Lord bloßzustellen: Vor Holmes persönlichem Gesetz sind alle gleich.

Schoenen schlüpft in alle Rollen vom gejagten Großwildjäger und Oberschurken über dessen dumpfbackigen Komplizen bis zum vorwitzigen Pagen Billy, der im Originalstück vom jungen Charlie Chaplin gespielt wurde. Dazwischen sorgt Schoenen auch musikalisch mit Eigenkompositionen für Spannung.

Am Mittwoch, 22. Juni, geht es im Café Kostbar dann mit Schoenen und Rainer Maria Rilke weiter.

Quelle: RP
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