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Dinslaken
Spannende Pläne für die Dinslakener Stadtentwicklung

Dinslaken. Das wird Dinslakens Planungsdezernent auch nicht nach jeder Sitzung eines Ratsgremiums behaupten. Gestern aber nach der Sitzung des Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses befand Dr. Thomas Palotz: "Das hat Spaß gemacht."

Was den Dezernenten so erfreut hatte: Der Ausschuss hatte etliche Themen auf der Tagesordnung, die sich mit der Zukunft der Stadt beschäftigten. Und da bewegt sich eine ganze Menge, wie nicht nur Palotz findet. So kommentierte auch die Politik unisono positiv das Projekt, das Stadtentwickler Herrmann Ulrich im Auftrag des iranischen Besitzers für das ehemalige MCS-Gelände an der Thyssenstraße erarbeitet hat und gestern im Ausschuss vorstellte. Seit im März 2013 bei MCS die letzte Schicht gefahren wurde, liegt das rund 8,1 Hektar große Areal brach. Dabei hat der Standort, davon gab sich Ulrich überzeugt, erhebliches Potenzial, das allerdings, auch daran ließ er keine Zweifel, nicht ganz einfach zu heben sein wird. "Aber machbar ist es", sagte der Stadtentwickler.

Was machbar ist? Eine Mischung von Wohnen in allen möglichen Formen, Arbeiten und Angeboten urbanen Lebens. Der Vorteil des Standorts: Er liegt am Rande der Innenstadt. Der Nachteil: Er ist von dieser abgeschnitten. Das möchte der Stadtentwickler ändern, den Standort mit einer grünen Achse anbinden, von der Karlstraße ausgehend die Wohnbebauung entwickeln, die dann übergeht in Büros, kleinteiliges Gewerbe und auch größere Handelsflächen - wie sie beispielsweise ein Möbelhaus braucht. Am Rande des Areals denkt er sich Kultur- und Freizeitangebote, wobei sich auch die alten teils sehr attraktiven Industriegebäude auf dem Gelände nutzen ließen. Die Kranhalle etwa ist nach Ansicht von Ulrich wunderbar geeignet für ein Kino.

Noch ist das alles Zukunftsmusik. Viele Fragen müssen geklärt werden. So kann das Wohnkonzept nur funktionieren, wenn der Verkehr weitgehend aus der Karlstraße verschwindet. Das allerdings wird sich nicht ganz einfach bewerkstelligen lassen. Die Verkehrssituation zwischen Hans-Böckler-, Wilhelm-Lantermann- und Otto-Brenner-Straße gehört zu den problematischsten im Stadtgebiet. Die Politik wartet nun mit Spannung auf eine weitere Konkretisierung der Überlegungen.

Weit weniger nach Zukunftsmusik klang das, was Uwe Käbe vom Flächenpool NRW dem Ausschuss zu berichten hatte. Der Flächenpool hat sich zur Aufgabe gemacht, mit der Stadt Wohnbau- und Gewerbeflächen zu entwickeln, speziell da, wo die Stadt alleine in den Gesprächen mit Eigentümern und Nutzern nicht so recht weiterkommt. Eins der Areale, die die Stadt für den Pool angemeldet hat, ist der alte Güterbahnhof. Dinslaken hat schon viele Anläufe unternommen, diesen Bereich zu entwickeln. Die Bahn als Eigentümer hat sich als ausgesprochen zäher Gesprächspartner erwiesen. Jetzt stehen, wie Käbe - in früheren Zeiten selbst für die Bahn an den Verhandlungen beteiligt - glaubt, die Signale eher auf Grün. Besonders wichtig war Dinslakens Politik, die Botschaft, dass er sich keine Lösung ohne einen Tunneldurchstich unter den Gleisen, der die Verbindung vom Güterbahngelände zur Innenstadt schafft, vorstellen könne.

Die Entwicklung eines speziellen Geländes hält Käbe für besonders bedeutsam für die Stadt: das Areal der Trabrennbahn. Das 25 Hektar große Grundstück hat Dinslakens Baudezernent ja schon vor geraumer Zeit für eine Wohnbebauung ins Gespräch gepackt. Doch die traditionsreiche Trabrennbahn ist aus Sicht der Politik vermintes Gelände, das sie sich bislang nicht anzupacken traute. Und auch gestern machte Karl-Heinz Geimer von der SPD deutlich, dass es aus Sicht seiner Fraktion keine Lösung ohne Konsens mit dem Trabrennverein geben könne. Der habe schließlich einen langfristigen Pachtvertrag. Den Konsens will Käbe auch und hält ihn für möglich. Er fordert aber von der Politik klare Aussagen darüber, wie sie sich die Entwicklung dort vorstellt. Die Trabrennbahn birgt für Käbe auf jeden Fall die "größte Chancen" aller Standorte, die der Flächenpool in Dinslaken bearbeitet. Und die Eigentümerfrage ist in diesem Fall unproblematisch. Etwa 98 Prozent des Areals gehören der Stadt.

(jöw)
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