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Dinslaken
Vinzenz wird zum Brustkrebszentrum

Dinslaken: Vinzenz wird zum Brustkrebszentrum
Zwei Kollegen, die sich schätzen und auf die Zusammenarbeit freuen. Dr. Bernhard Uhl (rechts), Chefarzt der Frauenklinik am Vinzenz, und Prof. Dr. Dierk Mosny, Leiter des neuen "Kompetenzzentrums für Brusterkrankungen". FOTO: Heinz Schild
Dinslaken. Unter dem Dach der Frauenklinik wird Professor Dierk Mosny das "Kompetenzzentrum für Brusterkrankungen" am katholischen Krankenhaus in Dinslaken leiten. Betreuung und Versorgung von Brustkrebspatientinnen wird gestärkt. Von Heinz Schild

Eigentlich wollte er mit 60 Jahren in Rente gehen und das Leben genießen. Dann kam Prof. Dr. Dierk Mosny mit Dr. Bernhard Uhl, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Vinzenz-Hospital, ins Gespräch. Uhl hatte gehört, dass sein Kollege beruflich frei ist und fragte ihn, ob er Lust habe, in Dinslaken einzusteigen und unter dem Dach der Frauenklinik das "Kompetenzzentrum für Brusterkrankungen" am katholischen Krankenhaus zu leiten. Mosly gefiel die Idee, zumal er dann auf seinem Spezialgebiet, der Senologie, tätig sein könnte, nicht als Vollzeitjob, sondern mit einer reduzierten Stundenzahl. Denn ein Chefarztposten reizte ihn nicht. Er sagte zu und wird seine neue Tätigkeit am 1. Oktober aufnehmen. Brustkrebspatientinnen müssen sich für ihre Versorgung dann nicht mehr nach Wesel oder Duisburg orientieren.

"Ich freue mich auf die neue Aufgabe in Dinslaken", sagte Mosny bei seiner gestrigen Vorstellung im Vinzenz. Dass es sich beim Vinzenz um ein konfessionelles Haus handelt, erleichterte Prof. Mosny seinen Entschluss, dort anzufangen. "Der Kontakt zu den Patienten ist in einem konfessionellen Haus, das nicht auf Gewinnmaximierung aus ist, ein anderer, es ist auch ein angenehmeres Zusammenarbeiten bei einem konfessionellen Träger."

Die Strukturen für das neue Kompetenzzentraum sind am Vinzenz-Hospital bereits aufgebaut. "Es fehlte bislang der Experte, der die Fäden bündelt", sagte Dr. Christoph Heller, Geschäftsführer des Sankt-Vinzenz-Hospitals, der sich freut, mit Prof. Mosny den gesuchten Experten gefunden zu haben. Dessen erste Aufgabe wird es sein, das Team des Kompetenzzentrums aufzubauen, es anzuleiten und den Ärzten sein Wissen auf seinem Spezialgebiet zu vermitteln. Zur Mannschaft gehört auch eine Krankenschwester, die die Patientinnen während ihres Krankenhausaufenthaltes unterstützt. Diese so genannte "Breast care nurse" wird Liane Bückmann sein, die über eine psychoonkologische Spezialausbildung verfügt und neu ans Vinzenz kommt.

Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor, an dem Frauen erkranken. In der Vergangenheit wurden deutliche Fortschritte in der Behandlung und Heilung dieser Krankheit erzielt. Inzwischen steht die brusterhaltende Operation im Vordergrund, kombiniert mit medikamentösen Begleitbehandlungen und der Bestrahlung. Die Entscheidungen über die individuelle Therapie werden nicht mehr von einem einzelnen Arzt, sondern in einer Tumorkonferenz besprochen.

Der heute 60-jährige Dierk Mosny wurde an der Universitätsfrauenklinik in Düsseldorf und in Houston (Texas) ausgebildet sowie in der ersten deutschen Spezialabteilung für Brusterkrankungen bei Prof. Audretsch. 1990 übernahm Mosny die Leitung einer Frauenklinik in Duisburg-Hamborn und baute dort sein Spezialgebiet "Brusterkrankungen und Mamatumoren" zu einem Zentrum aus.

Quelle: RP
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