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Dinslaken
Wenn Akkordeon auf Orgel trifft

Dinslaken: Wenn Akkordeon auf Orgel trifft
Das Akkordeon-Orchester Dinslaken-Oberhausen bewies beim gemeinsamen Konzert mit der Organistin Elske te Lindert in der Herz-Jesu-Kirche, dass Akkordeon und Orgel sehr wohl zueinander passen. FOTO: Jochen Emde
Dinslaken. Das Akkordeon-Orchester und Organistin Elske te Lindert begeisterten die Zuhörer in der Herz-Jesu-Kirche. Von Florian Langhoff

Es sind nicht nur besondere Klänge, die durch die Herz-Jesu-Kirche in Oberlohberg schallen, sondern es ist auch ein besonderes Bild, das sich dem Publikum bietet. An einer Kastenorgel sitzt Organistin Elske te Lindert inmitten der Musiker des Akkordeon-Orchesters 1980 Dinslaken-Oberhausen und greift in die Tasten. Während die Ensemblemitglieder bei Händels Konzert in B-Dur den orchestralen Rahmen liefern, lässt die Organistin die Finger über die Tasten ihres Instruments fliegen.

Dieses hatte man übrigens extra in die Kirche geschafft, weil die Kirchenorgel von Oberlohberg für konzertante Auftritte nicht geeignet ist. Perfekt harmonieren Orchester und Organistin und holen sich für ihre Händel-Interpretation einen langanhaltenden Applaus vom Publikum ab.

Doch schon zuvor hatten Orchester und Organistin jeweils einzeln dem Publikum demonstriert, was sie an ihren Instrumenten zu leisten vermögen. Schon beim Auftakt lässt das Akkordeon-Orchester unter Leitung von Johannes Burgard keinen Zweifel daran, dass es sich hinter Orchestern im klassischen Sinne nicht verstecken muss. Streich- und Blasinstrumente vermisst man bei der Interpretation von Bachs "Brandenburgischem Konzert Nr. 3" jedenfalls nicht.

Mit treibenden Rhythmen werfen die Musiker des Akkordeon-Orchesters dann den Blick durch das "Rhythmische Kaleidoskop" von Hermann Ambrosius. Hier reihen sich Melodien von düster und gefährlich bis hell und unbeschwert klingend aneinander und formen ein stimmiges und abwechslungsreiches Gesamtbild.

Organistin Elske te Lindert beweist ebenfalls ihr Können und demonstriert gleichzeitig, dass es für große Musik nicht unbedingt ein großes Instrument braucht.

Während ihrer Interpretation von Bachs "Fuga in g-Moll" hat es den Anschein, als würde die Musik direkt durch die Organistin hindurchfließen, bewegt sich doch ihr gesamter Oberkörper im Takt der Klänge mit. Auch die "Aria Quinta in a-Moll" aus Pachelbels "Hexachordum Apollinis" mit ihrer von schnellen Tönen umspielten Melodielinie meistert die Organistin mit Bravour. Für den Abschluss hat sich das Akkordeon-Orchester etwas Besonderes einfallen lassen. Die Musiker stimmen "Finlandia" von Jean Sibelius an. Dabei mischen sich Paukenklänge unter die dunklen, melancholischen Klänge der sinfonischen Dichtung. Ein weiterer neuer Höreindruck für das Publikum in der Oberlohberger Herz-Jesu-Kirche. Das bedankt sich am Ende beim Akkordeon-Orchester und der Organistin mit einem langanhaltenden Applaus und vereinzelten "Bravo"-Rufen.

Quelle: RP
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