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Voerde
Wie ein Zweig zu einem Blasrohr wird

Voerde: Wie ein Zweig zu einem Blasrohr wird
Die Jungen und Mädchen schnitzen ein Blasrohr, sie entfernten dazu die Rinde von einem Zweig und höhlten ihn mit einer Fahrradspeiche aus. FOTO: Heiko Kempken
Voerde. Bei den Voerder Kinderferientagen lernten die Jungen und Mädchen im Wohnungswald das Schnitzen. Von Florian Langhoff

Irgendwo im Wohnungswald sitzen Kinder auf und unter einer großen Plane, die an Bäumen befestigt ist. Konzentriert schauen sie auf ihre Hände, in der einen Hand kleine Zweige, in der anderen Schnitzmesser. "Die wichtigste Regel ist: Wer aufsteht, klappt das Taschenmesser zu", sagt Petra Sperlbaum. Die diplomierte Biologin und Naturerlebnis-Pädagogin bringt in der Schnitzwerkstatt zu den Kinderferientagen in Voerde den Jungen und Mädchen den richtigen Umgang mit Holz - und mit den Schnitzwerkzeugen - bei. "Wenn die Kinder das Schnitzen zu Hause weitermachen möchten, sollen sie sicher mit dem Taschenmesser umgehen können", sagt Petra Sperlbaum.

Dabei sind die Eingangsvorraussetzungen ganz unterschiedlich. Während einige der Kinder erzählen, sie hätten schon geschnitzt und ein Mädchen sogar ein eigenes Schnitzmesser dabei hat, haben andere noch keine Erfahrung mit handwerklichen Tätigkeiten dieser Art gesammelt. "Das hängt oft von den Familien ab", sagt Petra Sperlbaum. Gänzlich ungeschickt stellt sich aber keines der Kinder an, auch wenn es hier und da mal eine kleine, von einem Schnitzmesser stammende Schramme gibt. Vielleicht auch, weil einige von ihnen schon bei anderen Angeboten der Naturerlebnis-Pädagogin im Rahmen der Kinderferientage mitgemacht haben. "Das Schnitzen ist dabei immer besonders beliebt bei den Kindern", sagt sie.

Aber auch ein wenig Naturkunde gehört mit dazu. Wie unterscheidet man Haselnusszweige von Hollunderzweigen? "Der Haselnussstrauch riecht ein wenig nach Melone", erklärt Petra Sperlbaum. Dagegen haben die Hollunderzweige eine sehr knotige Rinde. Die Auswahl des richtigen Materials ist für jedes Projekt sehr wichtig. Als erstes steht das Schnitzen eines Blasrohrs auf dem Programm. Mit dem Taschenmesser wird vorsichtig die Rinde von den Zweigen entfernt und diese dann mit einer alten Fahrradspeiche ausgehöhlt. Mit ähnlicher Technik lässt sich auch Holzschmuck herstellen. "Dafür müsst ihr die Zweige vorher auf die richtige Länge schneiden", sagt Sperlbaum. Das geht mit einer Astschere ganz gut.

Bei der Holzgestaltung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So werden aus Zweigen mit Gabelungen und kleinen Vorsprüngen mit etwas Vorstellungskraft Zwerge. Und angespitzte Zweige werden zu hölzernen Speeren oder Messern. Zwei Stunden können die Kinder schnitzen oder einfach die Natur erleben. "Wir haben hier auch einen schönen Kletterbaum, für alle, die nicht mehr schnitzen wollen", sagt Petra Sperlbaum. Nach zwei Stunden im Wald geht es für die sechs bis zehn Jahre alten Kinder wieder zurück. "Wir gehen auf dem Rückweg gleich noch etwas im Wald spazieren, so dass die Kinder noch einen schönen Natureindruck haben", sagt Petra Sperlbaum. Denn dies kommt bei manchen Kindern heutzutage etwas zu kurz.

Quelle: RP
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