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Haan
Nach Windhövel-Aus: Fraktionen wollen Projekte neu sortieren

Haan: Nach Windhövel-Aus: Fraktionen wollen Projekte neu sortieren
Damals hieß das geplante Geschäftshaus noch Windhövel-Center, und es war stets umstritten. Gegner erwirkten sogar ein Urteil des Verwaltungsgerichts. Christoph Göttert hat mit diesem Bild im Jahr 2006 ein Plakat der Befürworter festgehalten. FOTO: Christoph Göttert
Haan. Als Haans Bürgermeisterin Bettina Warnecke die Vertreter der Ratsfraktionen kurzfristig für  Montag, 17 Uhr, zu einer interfraktionellen Runde einlud, da war allen Beteiligten klar: Es musste etwas Wichtiges passiert sein. Von Alexandra Rüttgen

Als Warnecke jedoch den Ausstieg des Investors aus dem Windhövel-Projekt verkündete, da war dies für die wenigsten eine Überraschung. Zu lange hatte sich das Projekt schon hingezogen; und zuletzt war es erneut sehr ruhig um das geplante Geschäftshaus geworden.

"So überraschend kam das nicht. Es war schon eine ganze Weile wieder Stillstand in dem Projekt", sagt SPD-Fraktionschef Bernd Stracke. Gleichwohl sei es "sehr bedauerlich", dass die Pläne gescheitert sind, denn sie wären "eine Bereicherung für den Haaner Einzelhandel gewesen", sagt Stracke.

Einst waren die Pläne für ein Einkaufszentrum am Windhövel mit einer Gesamtfläche von 9000 Quadratmetern gestartet. Am Ende war nur noch die Hälfte davon übrig, "und wir hatten Zweifel, ob das überhaupt noch gelingen kann", sagt Stracke. Für Haan sei damit "eine Chance vertan, und für den Haaner Einzelhandel sei das "keine gute Nachricht".

Nun sei es an Rat und Verwaltung, die Projekte neu zu bewerten. "Wir haben bislang die Entwicklung der Rathauskurve zugunsten des Windhövel hintangestellt", sagt Stracke. Jetzt sei es an der Zeit, neu zu überlegen, "was macht man wo, was entwickelt man zuerst."

Auch CDU-Fraktionschef Jens Lemke bedauert, "dass dieses Projekt nach 13 Jahren vom Investor beendet wurde. Wir unterstützen das Anliegen der Verwaltung, sich das Vorkaufsrecht für die Grundstücke zu sichern", so Lemke. Denn ganz begraben werden darf die Idee einer Belebung der City noch nicht: "Wir brauchen im innerstädtischen Bereich einen Magneten, also einen Vollsortimenter".

Doch was genau hat auf dem "innerstädtischen Filetgrundstück", so Lemke, überhaupt noch eine Chance? "Ich sehe, dass auch im Umkreis die Einkaufszentren Schwierigkeiten haben. Daher denke ich, dass sich ein Zentrum in der geplanten Größe erledigt hat. Über alles andere muss man reden und nachdenken."

Und Lemke ist zuversichtlich, dass die Stadt Haan trotz des angestrebten Haushaltsausgleichs über ausreichend Geld verfügt, sich die Vorkaufsrechte für die Grundstücke zu sichern.

Michael Ruppert (FDP) hält die Entscheidung des Investors für "nicht erfreulich". Das Projekt sei im Laufe seiner Planung immer kleiner geworden, "und es war wahrscheinlich deshalb am Ende nicht mehr lukrativ für den Investor. Baukosten und -ertrag haben nicht mehr gestimmt", glaubt Ruppert.

Auch er ist davon überzeugt, dass der Neue Markt nach wie vor "einen Zugpunkt braucht, der da mehr Leben reinbringt." Daher sei das Vorkaufsrecht "notwendig". Nun muss die Stadt "die Dinge selbst in die Hand nehmen".

Auch Robert Abel (UWG) betont, dass "die Aufenthaltsqualität der Innenstadt weiter gefördert" werden muss. Und gibt zu bedenken: "Wohnbebauung wäre ja auch ein Thema."

Die Grün-Alternative-Liste (GAL) zeigt sich abwartend. "Windhövel - Und nu? Der Investor sagt ab. Jetzt muss Plan D ran - oder?", schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite. Und: "Die GAL freut sich auf eine neue Diskussion."

Die wird es zweifellos geben. Beginn ist im Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag, 23. November, 17 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses.

 

 
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