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Haan
Sozialamtsleiter kennt alle Seiten

Haan: Sozialamtsleiter kennt alle Seiten
Michael Schneider muss jetzt Verwaltung von innen kennenlernen. Er ist stolz auf sein 25-köpfiges Team. FOTO: Olaf Staschik
Haan. Michael Schneider ist Sozialarbeiter und Rechtsanwalt und war auch Politiker. Von Ralf Geraedts

Das Sozialamt ist ein wichtiges Amt in der Stadtverwaltung. 25 Mitarbeiter zählt das Team des neuen Amtsleiters Michael Schneider. Der 48-Jährige hat am 1. Oktober die Nachfolge von Udo Thal angetreten, der im Frühjahr nach 46 Jahren bei der Stadt Haan und insgesamt 16 Jahren als Sozialamtsleiter in den Ruhestand getreten war.

Die Vita des Amtsleiters ist ungewöhnlich. Er absolvierte die Emil-Barth-Realschule und wollte eigentlich Krankenpfleger werden. Weil damals noch zu jung, wechselte er aufs Mildred-Scheel-Kolleg in Solingen und studierte nach dem Abitur Sozialarbeit. Sein Praktikum absolvierte er im Jugendhaus, war später in anderen Städten auch bei Notfall-Einsätzen für Obdachlose tätig. Es wuchs die Erkenntnis, das "Sozialarbeit erst dann greift, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist".

Michael Schneider startete seine zweite Ausbildung, studierte Jura bis zum zweiten Staatsexamen. Spezialisiert war er erst auf Strafrecht und Jugendsachen, später verschrieb er sich dem Sozialrecht. Mit seiner Haaner Kanzlei stritt er für das Recht seiner Mandanten - auch (aber nur selten) mit der Stadt Haan. Er war für die Diakonie Betreuer und Vormund unbegleiteter Flüchtlinge. und mehrere Jahre engagierte er sich in der SPD-Fraktion für die sozialen Themen. Schneider kennt also alle Seiten.

Jetzt, mit 48 Jahren, fand er es an der Zeit, wieder einmal die Richtung zu wechseln. Als er die Ausschreibung für die Amtsleiterstelle sah, schickte er gleich seine Bewerbung. Nun sitzt der Haaner seit drei Wochen in einem frisch gestrichenen Büro an der Alleestraße. "Allzu viel Einarbeitungszeit brauche ich wohl nicht", meint Michael Schneider. Außer, dass er genau lernen müsse, wie die Arbeit innerhalb einer Verwaltung funktioniert. Wenn Fragen aufkämen, liefere sein großartiges Team schnell die Antworten.

"Wir haben jetzt drei Juristen in der Verwaltung. Mit Herrn Schneider haben wir einen Riesenjoker", freute sich Bürgermeisterin Bettina Warnecke. Sozialrecht sei ein verzwickter Bereich. Und da kenne sich Michael Schneider sehr gut aus. Erste Beigeordnete Dagmar Formella - sie es Dezernentin auchfür den Bereich Soziales - warnte schon einmal vor: "Die ersten 100 Tage werden keine Schonfrist!" Mit Quartiersarbeit und Betreuungsmanagement stünden heiße Themen an.

Wenn Beruf, Ehefrau und drei Enkelkinder noch Zeit lassen, liest Michael Schneider gern und hört Musik. Dabei ist sein Musikgeschmack so breit wie sein beruflicher Hintergrund. Harten Heavy-Metal-Rock mag der neue Amtsleiter genauso gern wiegroße Requiems. Seine Anwaltspraxis wickelt er bis zum Jahresende noch ab und gibt dann auch seine Zulassung zurück.

Quelle: RP
 
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