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Haan
Windhövel: Pläne enden nach 40 Jahren

Haan: Windhövel: Pläne enden nach 40 Jahren
Als Gegner wollten Klaus Scharrenberg (l.) und Hans Peter Bretschneider mit einem Modell veranschaulichen, wie groß der "Klotz" wird. FOTO: Göttert
Haan. Einst war das geplante Einkaufszentrum im Herzen Haans heftig umstritten. Jetzt erzeugt die Nachricht vom Ende des Projekts kaum noch Reaktionen. Von Alexandra Rüttgen und Ralf Geraedts

Gemessen an den Reaktionen im sozialen Netzwerk Facebook hat die Nachricht vom Aus des geplanten Geschäftshauses am Windhövel bei den Haanern gerade mal ein müdes Augenzwinkern ausgelöst. "Na, dann kann man ja den Bürgergarten endlich erweitern", schreibt Andre Wernicke, und Claudia Rabb schlägt vor: "Das Rathaus ist seit Jahrzehnten zu klein und veraltet, warum wird nicht, statt ein Windhövel-Center, einfach ein neues Rathaus dahin gebaut?"

Nach zwölf Jahren Planungszeit hat der Investor ITG bekannt gegeben, das mit rund 4500 Quadratmetern geplante Geschäftshaus in Haan nicht mehr bauen zu wollen. Ein Einkaufszentrum ist für diesen Standort aber schon weitaus länger im Gespräch. Und noch vor Jahren hätte die Nachricht zum Ende des Projekts denn auch ganz andere Reaktionen hervorgerufen - war das Projekt doch heftig umstritten.

2005 hatten die Eigentümer der Flächen zwischen Kaiserstraße, Neuer Mark, Schillerpark und Windhövelplatz von den Plänen der ITG erfahren, ein großes Einkaufszentrum zu schaffen. Relativ schnell bildete sich auch eine "Bürgerinitiative Innenstadt Haan". Die fand den Baukörper mit 9900 Quadratmetern zu groß, der auch das heute grüne Dach der Tiefgarage Schillerstraße überdeckt hätte. Der Verlust an Grünfläche und erwartete Probleme der Anbindung über die Schillerstraße standen im Fokus der Kritik. Aber auch die Sorge um den Fortbestand des Einzelhandels außerhalb des Zentrums. Zweimal schaffte es die Bürgerinitiative in Normenkontrollklagen vor dem Oberverwaltungsgericht Münster die mühevoll aufgestellten Bebauungspläne für das Center zu kippen. Überlegungen, in der Mitte der Innenstadt einen Handelsschwerpunkt zu schaffen, gab es bereits in den 1970er Jahren. Damals hieß der Arbeitstitel noch "Ladenpassage". Schon 1978 fiel die Planung jedoch in einer Bürgerversammlung durch. Zuvor waren die Entwürfe im sehr kontroversen Umlegungsverfahren mehrfach angepasst worden. Seinerzeit stellten sich die Planer einen "Rundlauf" vor: Von der Kaiserstraße auf die Friedrichstraße, auf den Neuen Markt und durch die Passage und über den Windhövel zurück zur Kaiserstraße.

Von den ursprünglichen Plänen blieb zuletzt nur noch dieses "Geschäftshaus" mit 4500 Quadratmetern Ladenfläche übrig - der Hälfte der ursprünglich geplanten Größe. FOTO: ITG

Jahre später wurde die Passagen-Idee noch einmal aufgegriffen. Die Versorgung der Läden sollte über eine Stichstraße geschehen, die durch das große Durchfahrtstor zwischen Deutscher Bank und Radio Mandel vom Neuen Markt her angesteuert worden wäre. Auch Gedanken an Wohnungsbau mit einigen Läden gab es zeitweise.

Das bisher größte Problem für alle Ideen: Es fehlte an Investoren. Und jetzt ist mit der ITG der nächste abgesprungen.

Quelle: RP
 
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