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Kamp-Lintfort
"Aschenputtel" mit Gefühl und Slapstick

Kamp-Lintfort. Zur Premiere des Kindertheaterstücks "Aschenputtel" kamen gestern viele Zuschauer in die Aula der Niederrheinschule. Von Ulrike Rauhut

Zur bekannten Musik eines tschechischen Märchenfilms öffnet sich der Vorhang der stilecht ausstaffierten Bühne und versetzt die Zuschauer in vorweihnachtliche Stimmung. Peter Vogelsang erscheint zu Beginn als stattlicher Hofmeister, um die Kinder, die komplett die vorderen sechs Stuhlreihen einnehmen, ein wenig in die Geschichte einzuführen.

Durch das ganze Stück fungiert er als Erzähler, der nach jeder Szene hereinstürzt und die Kinder fragt: "Was ist passiert - was hab ich verpasst?" Dabei schafft er es, die jungen Zuschauer in die Geschichte hinein zu holen und ihnen eine kleine Zusammenfassung des eben Gesehenen zu entlocken. Natürlich gespickt mit Empörung über die böse Stiefmutter und Mitgefühl mit dem armen Mädchen, das von den gemeinen Stiefschwestern zur Küchenmagd degradiert und als Aschenputtel verhöhnt wird. Gleichzeitig sorgt er noch für so einige Lacher, da er wie Wörter verwechselt und von den Kindern verbessert werden muss.

Die sanfte und traurige Annemarie, gespielt von Katja Kapluck, wird von den selbstherrlichen Schwestern (Pia Röhrig und Annette Karentzos) und der herrischen Stiefmutter (Angela Thöning) geplagt. Da kann ihr scheinbar auch die gute Tante Luise (Anke Vogelsang) nicht helfen. Beim Tanz mit Prinz Jaromir (Andreas Stieffenhofer) auf dem Ball liefern die Stiefschwestern wahre Slapstickeinlagen, so trampelig und herrisch reißen sie den armen Königssohn herum.

Doch der Prinz muss die schöne Prinzessin finden, die beim Hinauseilen ihren Schuh verloren hat. Als er feststellen muss, dass die Füße der Schwestern bluten, weil ihnen der Schuh zu klein ist, fragt er ins Publikum, ob es noch eine andere Tochter gebe und die Kinder rufen aus vollem Halse: "Jaaa! - Aschenputtel!"

Und als der Vater (Rico Leihe) schließlich erkennt, was geschehen ist, verhilft er der Geschichte zu einem gerechten Ausgang.

Alle sieben Schauspieler aus der 30-köpfigen Laientruppe spielen mitreißend und überzeugend. Dass es besonders viel Spaß macht, die "Bösen" zu spielen, merkt man den drei Frauen an - da knarzen oder kreischen die Stimmen und tönt das Lachen ganz wunderbar gemein.

Die grausamen Anteile des Grimmschen Märchens wurden durch die Erfindung der verständnisvollen Tante und durch die Kommentare des Erzählers kindgerecht abgemildert. Mit den relativ kurzen Szenen und der Gesamtdauer von einer Stunde ist das Stück auf die Aufmerksamkeitsspanne auch von jüngeren Kindern zugeschnitten.

Für die Aufführungen am 10., 16. und 17. Januar, jeweils um 11 und 15 Uhr, gibt es noch Restkarten zum Preis von fünf Euro. Am 24. Februar wird zusätzlich in der Stadthalle gespielt, hierzu werden traditionell alle Kinder des Friedensdorfs Oberhausen eingeladen. Auch lässt sich ein Gutschein für diese oder andere Aufführungen der Bühne 69 gut zu Weihnachten verschenken. Die Tickethotline lautet: 02842/33 99 380

Quelle: RP
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