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Kamp-Lintfort
Ein Sicherheitsdienst soll aufpassen

Kamp-Lintfort. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Flüchtlingsunterkunft bewachen zu lassen. Von Anja Katzke

"Was erschreckend zu lesen ist, ist auch erschreckend zu sehen", so kommentierte Sozialamtsmitarbeiter Bernd Kopitzki die Kritik der CDU an Formulierungen in der Vorlage zum gestrigen Sozialausschuss. Die Verwaltung möchte in der Flüchtlingsunterkunft an der Friedrichstraße künftig einen Sicherheitsdienst einsetzen. Dieser Standort soll erweitert werden, so dass dort eine Einrichtung für bis zu 300 Menschen entsteht. Erfahrungen hätten aber gezeigt, dass mit zunehmender Größe einer Unterkunft unter anderem auch die Eigenverantwortlichkeit nachlasse.

CDU-Fraktionschef Simon Lisken kritisierte dies im Vorfeld als Vorverurteilung von Flüchtlingen. Werner Illigen (CDU) hinterfragte im Ausschuss die "negative Darstellung" der Situation in den Unterkünften. Auch die Finanzierung des Sicherheitsdienstes sieht die CDU kritisch. Die Verwaltung geht davon aus, dass sich die Ausgabe in diesem Jahr auf rund 100.000 Euro beläuft.

In der Vorlage heißt es: "Aufgrund der zu erwartenden höheren Landeszuwendung wird davon ausgegangen, dass dieser Betrag hieraus vollauf finanzierbar ist." Insgesamt würden sich die Kosten auf 18.000 Euro monatlich im Sommer und 25.000 Euro monatlich im Winter belaufen. Die Linken lehnten schon im Vorfeld der Sitzung die Vorlage ab. Kosten von 251.000 Euro jährlich seien nicht tragbar, erklärte Sidney Lewandowski in einer Pressemitteilung. Die Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft falle der Stadt nun auf die Füße. Argumente, die die Linken vorgebracht hätten, wie zum Beispiel die Problematik, zu viele Menschen auf einen kleinen Punkt zu konzentrieren, seien ignoriert worden, betonte Sprecher Rainer Klotz im Ausschuss. Schon vor der Erweiterung habe man eine dezentrale Unterbringung gefordert. Er stimmte gegen den Beschluss.

Die Grafschaft Moers Siedlungs-& Wohnungsbau GmbH plant im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus den Bau von Wohnungen für Geflüchtete und Menschen mit geringen Einkommen. Die Verwaltung hat bereits potenzielle Standorte geprüft. Aus ihrer Sicht seien die Grünanlage Moerser Straße Tor Ost vor den bereits vorhandenen Wohngebäuden der Grafschaft sowie ein Teilbereich des ehemaligen DJK-Platzes mit benachbarten Grundstücksteilen geeignet.

Quelle: RP
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