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Kamp-Lintfort
Ernst-Reuter-Schüler schreiben Stadtführer

Kamp-Lintfort: Ernst-Reuter-Schüler schreiben Stadtführer
Kamp-Lintfort. Ein Jahr lang hat die Klasse 3 C mit Lehrerin Susanne Hümbs Kamp-Lintfort erkundet. Daraus entstand ein Stadtführer für Kinder. Von Anja Katzke

Sie besichtigten die Christuskirche und fanden sie cool. Bei der Feuerwehr lernten sie nicht nur, wie man im Ernstfall handelt, sondern durften auch auf der Drehleiter einmal hoch hinaus. Und im Haus des Bergmanns erfuhren sie, wie die Kumpel vor 100 Jahren lebten. Lehrerin Susanne Hümbs bot den Drittklässlern der Ernst-Reuter-Grundschule ein Jahr lang Heimatkunde der besonderen Art. Im Klassenverband oder auf privaten Exkursionen lernten sie ihre Heimatstadt Kamp-Lintfort besser kennen.

In der Broschüre "Kinder entdecken Kamp-Lintfort" ist jetzt das erlebnisreiche Schuljahr, das die Jungen und Mädchen an viele verschiedene Orte in der Stadt führte, nachzulesen. Susanne Hümbs verfasste zusammen mit ihren Schülern einen Stadtführer für Kinder. "Es ist kein Touristenführer der ganz normalen Art oder ein geschichtlicher Abriss, sondern ein Erlebnisbuch", erläutert die Lehrerin im Vorwort der 60-seitigen Broschüre, die seit dem 1. Advent erhältlich ist.

Eigentlich begann alles damit, dass Susanne Hümbs im Unterricht feststellte, wie wenig die Kinder ihre Stadt kennen. "Sie haben das Kloster schon mal im Vorbeifahren gesehen und kannten vor allem die Geschäfte", erinnert sich Hümbs. Dabei hat Kamp-Lintfort so viel mehr zu bieten. Der erste Ausflug im Rahmen des Deutsch- und Sachkundeunterrichts führte die Kinder zum Schloss Dieprahm. Dort durften sie sich die Gartenanlage anschauen und bedankten sich mit einem Lied, gespielt auf Geige und Flöte. Es folgten viele weitere spannende Ausflüge gemeinsam mit der ganzen Klasse oder privat, die in den Unterrichtsheften fleißig mit Texten und Bildern dokumentiert wurden. Sie besuchten das Kloster Kamp, bestaunten die Krippe unter dem Sternenhimmel in der Abteikirche, erkundeten den Friedhof Dachsberg, erfuhren Wissenswertes über die Grabkultur und stellten Teelichter für die Verstorbenen auf. Ein Ausflug führte zum Golfplatz unterhalb des Klosters, ein anderer zur Luftsportgemeinschaft nach Saalhoff. Die Lineg lud die Kinder ein, eine Kläranlage zu besichtigen, und bei der Polizei erfuhren sie, wie man Fingerabdrücke nimmt. Der von den Kindern mitgestaltete Stadtführer umfasst insgesamt 26 Stationen in Kamp-Lintfort von A wie Abteikirche bis Z wie Zeche Friedrich-Heinrich. Dort lernten die Grundschüler die Arbeit unter Tage im Lehrstollen kennen, der von der Fördergemeinschaft für Bergmanntradition betrieben wird.

Beim Besuch des Bürgermeisters im Rathaus ließ sich Susanne Hümbs spontan einen Titel für ihre Unterrichtsreihe einfallen: "Wir lieben unsere Stadt und die Natur". Bald darauf war die Idee geboren, die Erlebnisse der Grundschüler in einer informativen Broschüre für andere Kinder aufzuschreiben. Die Haupttexte über die besuchten Orte schrieb Hümbs anschaulich, informativ und in einer kindgerechten Sprache auf. Zu jedem Ort stellte sie einen Wegweiser mit Adresse. Und jeweils eines der Autorenkinder lieferte seine Eindrücke dazu, die in Schreibschrift auf der gegenüberliegenden Seite abgedruckt sind. Über den Besuch in der katholischen Josefkirche berichtet Nick zum Beispiel: "Wir haben eine Krippe gesehen, den Stall mit Tieren und Hirten. Die Heilige Familie war schön gekleidet". Außerdem hat die 3C der Ernst-Reuter-Schule selbst gemalte Bilder dem Büchlein beigesteuert. Zahlreiche Sponsoren unterstützten die Veröffentlichung.

Der Stadtführer ist in der Buchhandlung am Rathaus, im Klosterladen auf dem Kamper Berg und bei Fahrrad Behringer in Kamp-Lintfort für fünf Euro erhältlich. Im Rahmen einer Ausstellung in der Stadtbücherei können sich Interessierte die Broschüre ab dem 4. Januar ansehen und ebenfalls erwerben.

Quelle: RP
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