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Kamp-Lintfort
Gemeindehaus in Hoerstgen wird im März eröffnet

Kamp-Lintfort. Die Freie evangelische Gemeinde hat gestern Richtfest auf der Baustelle an der Molkereistraße gefeiert. Von Anja Katzke

An der Molkereistraße 18 stand bis vor wenigen Monaten das Elternhaus von Wilhelm Buyken. Dann wurde es abgerissen. Doch der Kamp-Lintforter blickt nicht mit Wehmut zurück. "Der Abschied fiel mir nicht schwer, weil an dieser Stelle etwas Neues entsteht", sagt das Mitglied der Gemeindeleitung der Freien evangelischen Gemeinde in Hoerstgen. Sie baut dort ein neues Gemeindehaus. Gestern feierten die Mitglieder Richtfest.

Der Altbau aus dem Jahr 1900 war nicht nur Buykens Elternhaus, sondern auch Gemeindesaal. "Meine Eltern waren die Küster und Hauseltern", erzählt Buyken. "Ich bin meiner Mutter dankbar, dass sie mit ihren 89 Jahren noch einmal umgezogen ist." Der alte Gemeindesaal an der Molkereistraße war zu klein geworden. Wilhelm Buyken kann es sich schon sehr gut vorstellen, wie es im neuen Saal künftig aussehen wird. Der Rohbau, der inzwischen seinen Dachstuhl erhalten hat, lässt gut erkennen, dass hier ein modernes Gebäude entstehen wird.

Pastor Joachim Lang griff in seiner Ansprache das Thema Richtfest auf. "Bei der Grundsteinlegung haben wir auf den Boden geschaut, jetzt richten wir unseren Blick nach oben." Das neue Gemeindehaus soll auf Wunsch der Freien evangelischen Gemeinde einen einladenden und modernen, aber zugleich traditionsbewussten Charakter erhalten. Die Architekten Kleinlützum und Hiller aus Neukirchen-Vluyn brachten die Wünsche in einem Entwurf zusammen, der jetzt Stein für Stein umgesetzt wird. Auffällig ist insbesondere die Dachkonstruktion mit ihren unterschiedlichen und abwechselnden Neigungen.

Das neue Gebäude wird eine weiße Fassade mit vielen Fenstern haben und sich so von den vorherrschenden Backsteingebäuden im Dorf absetzen. "Vorgestern wurden die Fensteröffnungen ausgemessen. Ich gehe davon aus, dass der Einbau in etwa vier bis fünf Wochen erfolgt", betonte Architekt Arno Kleinlützum. Schon in der nächsten Woche soll der Trockenbau starten, auch das Verlegen der elektrischen Leitungen steht in Kürze an. Der Architekt hält am selbst gesteckten Ziel fest: Weihnachten soll die Gemeinde zumindest einen Weihnachtsbaum aufstellen können. Die Gemeindemitglieder waren gestern hellauf begeistert: "Ich freue mich sehr, weil man hier erkennen kann, dass unsere Gemeinde nicht statisch ist", betonte Lena Nemitz, die der Gemeindeleitung angehört und auch Gottesdienste im neuen Haus mitgestalten wird. "Es wird jetzt eine Herausforderung, das Neue mit Leben zu gestalten, aber das Alte auch zu bewahren."

Im neuen Gemeindehaus sollen zukünftig nicht nur Gottesdienste stattfinden. Es soll sich allen Hoerstgenern als Treffpunkt für soziale und kulturelle Veranstaltungen öffnen. Die Baukosten in Höhe von 800.000 Euro stemmt die Gemeinde selbst. Als freie evangelische Gemeinde erhält sie keine Kirchensteuern, sondern finanziert sich ausschließlich aus Spenden.

Quelle: RP
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