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Kamp-Lintfort
Neues Baugebiet in Niersenbruch

Kamp-Lintfort: Neues Baugebiet in Niersenbruch
FOTO: Stoffel
Kamp-Lintfort. Kamp-Lintfort wird als Wohnstandort offenbar immer attraktiver. Laut Stadt gibt es aktuell eine sehr hohe Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken. Die Stadtplaner sondieren deshalb bereits, wo weitere neue Wohnbereiche entstehen können. Eine Fläche im Niersenbruch ist schon ausgeguckt. Von Anja Katzke

Der Niersenbruch wird weiter wachsen. Die Stadtverwaltung hat eine 7,8 Hektar große unbebaute Fläche zwischen Kranichweg, Fasanen- und Wiesenbruchstraße sowie Saalhoffer Straße ins Auge gefasst, die sich als weiteres Neubaugebiet in Kamp-Lintfort eignet. Bis zur Realisierung wird jedoch noch Zeit ins Land ziehen. "Da sich das Projekt erst am Anfang befindet, lässt sich noch kein seriöser Zeitrahmen benennen. Es ist von mehreren Jahren auszugehen", teilte Bürgermeister Christoph Landscheidt auf RP-Anfrage mit. Es werde zunächst ein städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet, auf den die weiteren Bebauungsplanverfahren aufbauen werden. Offen sei es, ob dieser Plan in Form einer Ideenkonkurrenz erarbeitet, oder ob ein Planungsbüro damit beauftragt werde.

Die Stadt reagiert mit ihrer Planung auf eine offenbar hohe Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken in Kamp-Lintfort. Am Volkspark sind laut Verwaltung 58 der insgesamt 59 Grundstücke bereits verkauft, für das letzte gibt es eine Reservierung. Eine ähnliche Entwicklung zeichne sich auch an der Moerser Straße West ab. Dort entsteht das "Wohnen an der Fossa". Von den dort geplanten 99 Grundstücken sind 46 verkauft und 32 reserviert. Aktuell treibt die Stadt das Projekt "Wohnen am Wandelweg" voran. Auf den ehemaligen Sportplätzen an Konrad- und Bertastraße sollen etwa 35 bis 40 Wohnbaugrundstücke für Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Schon im nächsten Jahr liege Planungsrecht vor und es könne mit den Erschließungsmaßnahmen begonnen werden. Laut Stadt ist auch dort eine große Nachfrage erkennbar. Wie Landscheidt mitteilte, stehen 200 Personen auf der Interessentenliste. Die Stadt rechnet damit, dass die Grundstücke 2018 zeitnah veräußert werden können. Es soll auch geförderter Wohnraum entstehen.

Die Planung für den Niersenbruch war Thema im letzten Stadtentwicklungsausschuss. Wie aus der Vorlage der Verwaltung hervorgeht, stellte sich vor dem Hintergrund des hohen Interesses an Baugrundstücken die Frage nach weiteren Entwicklungsmöglichkeiten für den Wohnungsbau in der Stadt. Die 7,8 Hektar große Fläche im Niersenbruch sei im Stadtentwicklungsplan 2020 als eine der Arrondierungsfläche ausgewiesen. Darin heiße es unter dem Punkt "Wohnen in den Stadtteilen", dass die gewachsenen Ortslagen an geeigneten Stellen durch neue Wohnbereiche ergänzt werden sollten, um die Ortsteile weiter zu stärken und zu verjüngen.

Die Fläche im Niersenbruch biete sich dafür an. Ein Drittel dieser Fläche stehe in Eigentum der Stadt. Zwei Drittel befinden sich in Privatbesitz. Vorteil: Die rund acht Hektar seien im Flächennutzungsplan bereits als Wohnbaufläche ausgewiesen. "Selbstverständlich sind die privaten Flächeneigentümer im Zuge der Planung einzubeziehen, um eine Lösung zu entwickeln, die letztendlich auch umsetzbar ist", teilte der Bürgermeister auf Anfrage mit. Zur Vermarktung der Fläche könne er aktuell jedoch keine konkrete Aussage treffen. "Es ist zu prüfen, ob eine stufenweise Entwicklung und Vermarktung sinnhaft ist. Wir denken in mehreren Abschnitten. Zunächst geht es mit Blick auf die Nachnutzung der Niersenberg-Hauptschule um die überwiegend städtischen Flächen." Dort befindet sich nur der nördliche Gebäudeflügel im engeren Plangebiet.

Laut Beschlussvorlage der Verwaltung ist noch offen, was mit diesem Gebäudeteil geschehen soll. Es wird offenbar zurzeit geprüft, ob ein Erhalt des Gebäudes und die damit verbundene Umnutzung wirtschaftlich sinnvoll oder ob ein Rückbau samt neuer Entwicklung anzustreben ist. "Eine Nachnutzung erscheint problematisch", sagt der Bürgermeister. "Der südliche Gebäudeteil befindet sich zwar im weiteren Betrachtungsgebiet für eine Rahmenplanung, allerdings steht hier bereits die dauerhafte Umnutzung zu einer Kindertagesstätte fest." Die Kita Löwenzahn ist dort vorübergehend untergebracht, bis ihr Neubau am Landwehrweg steht.

Das Gebäude, in dem die Filiale der Sparkasse Duisburg ist, gehört übrigens inzwischen der Stadt. Sie plant, dort eine Bäckerei oder ein Café zu installieren.

Quelle: RP
 
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