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Mettmann
Ärger über Verkehrsregelung wächst

Mettmann: Ärger über Verkehrsregelung wächst
Die Verkehrsregelung in der Oberstraße ist in den vergangenen Jahren mehrfach geändert worden. Es gab immer wieder Ausnahmeregelungen. Autofahrer sind irritiert. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Gastronome und Gäste ärgern sich darüber, dass in der Oberstraße samstagnachmittags, an Sonn- und Feiertagen sowie am frühen Abend Knöllchen geschrieben werden. Die Verwaltung weist auf einen Beschluss des Rates hin. Von Christoph Zacharias

Autofahrer, Geschäftsleute und Gastronome sind gleichermaßen sauer. Der Grund: Wer wochentags mit dem Auto nach 19 Uhr, am Samstag nach 14 Uhr und am Sonntag überhaupt in die Oberstraße fährt und dann auch dort noch parkt, riskiert ein Knöllchen. In Zahlen ausgedrückt: 30 Euro muss der Autofahrer berappen. "Gäste, die von außerhalb kommen und dann ahnungslos in die Oberstraße fahren, um dort zu parken, müssen zahlen", sagt Ottorino Giancola, der ein Speiselokal am Markt betreibt. Auch Harry Hillus, Küchenchef von La Pieve, kennt solche Klagen. "Die Leute trinken einen Kaffee, wollen wieder wegfahren, entdecken das Knöllchen und sagen am Ende: Das war ein teurer Kaffee. Er hat 33 Euro gekostet. Ich komme nicht wieder."

Seit Jahren sorgt die Verkehrsbeschilderung für Ärger. Zwei Schilder am Eingang der Oberstraße signalisieren dem Autofahrer, dass er in eine Fußgängerzone fährt. Soweit, so gut. Er sieht gleichzeitig markierte Parkstreifen und parkende Autos. Also denkt er sich: Da kann ich reinfahren. Kann er auch - aber nur zu bestimmten Zeiten. Um welche Zeiten es sich handelt, kann er nicht erkennen. Es sei denn, er hat einen Adlerblick, ein Fernrohr an Bord, oder hält das Auto an, steigt aus und geht zum Verkehrsschild. Im Vorbeifahren jedenfalls sind die kleinen Hinweise nicht eindeutig zu erkennen. Besonders ärgerlich sind die Samstagsnachmittags- und die Sonntagsregeln: Die Gastronome, Geschäftsleute, Gäste und Kunden können nicht nachvollziehen, dass samstags ab 14 Uhr die Straße quasi für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. Die meisten Geschäfte und Lokale sind zu diesem Zeitpunkt nämlich geöffnet.

Und sonntags bekommen die Besucher der Gottesdienste in St. Lambertus - wenn sie Pech haben - ein Knöllchen. Selbst bei Großveranstaltungen wie Bauernmarkt, Blotschenmarkt und Heimatfest werden und wurden eifrig Strafzettel geschrieben. Angesprochen auf das Problem, erklärt der zuständige Erste Beigeordnete Dietrich Stang lapidar: Der Rat hat diese Verkehrsregelung so beschlossen. Diese Regelung sei den Anwohnern geschuldet, damit sie ihre Nachtruhe haben. Nachtruhe samstags ab 14 Uhr?

Nun weiß jeder, dass Beschlüsse, auch Ratsbeschlüsse nicht in Stein gemeißelt sind und verändert werden können. Doch offenbar ist das Problem bei den Ratsmitgliedern noch nicht angekommen. Das war nicht immer so: Vor fünf Jahren kritisierte Ute Stöcker (CDU) die "Mischregelung" an der Oberstraße. Und Berthold Becker (SPD) sagte: "Die Bürger fühlen sich wegen der Knöllchen abgezockt". Passiert ist nichts. Allerdings gibt es auch Autofahrer, die ziemlich rüde unterwegs sind: Da wird die Einbahnstraßenregelung in der Oberstraße komplett missachtet, nachts wird kräftig Gas gegeben und vom Markt aus - dort wurde zuvor geparkt - zu einer anderen Location gestartet.

All dies verhindert einen Kompromiss, der durchaus möglich wäre. Beispiel: Verkehrsberuhigter Bereich wie an der Straße Am Königshof. Auch dort wohnen Anwohner, auch dort gibt es ein großes Speiselokal. Übrigens: Die Polizei kontrolliert seit einiger Zeit, ob sich Autofahrer in der Straße Am Königshof an die Schrittgeschwindigkeit halten. Das müsste doch auch in der Oberstraße möglich sein.

Quelle: RP
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