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Mettmann
Die Poststraße verändert ihr Gesicht

Mettmann: Die Poststraße verändert ihr Gesicht
Das große Ladenlokal, in dem früher KiK, Ernstings Family und dann NKD ihr Geschäft hatten, steht leer. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Zahlreiche Ladenlokale sind zu Wohnungen umgebaut worden. Es gibt immer noch einige Leerstände. Eine Aufgabe für das Stadtmarketing. Von Christoph Zacharias

Das waren noch Zeiten, als man die Poststraße die "Kö" von Mettmann nannte, als im Königshof-Theater Bühnen- und Filmstars auftraten, als die legendären "Poststraßenfeste" die Massen in die Stadt lockten. Vorbei, Vergangenheit.

Die Poststraße mutiert immer mehr zur Wohn- und nicht mehr zur Einkaufsstraße. In den vergangenen Monaten wurden Ladenlokale geschlossen und als Wohnungen umgebaut, derzeit sind Arbeiter dabei, das Mehrfamilienhaus an der oberen Poststraße 20/22 umzubauen. Die Ladenlokale fallen weg. Das große Ladenlokal, in dem früher Ernstings Family und dann NKD ihr Geschäft betrieben hatten, steht leer. Offen ist, ob es einen Nachmieter gibt oder auch dieses Ladenlokal als Wohnraum umgebaut wird.

Zahlreiche Leerstände prägen das Bild der Poststraße. So steht seit Jahren das Ladenlokal leer, in dem früher die renommierte Bäckerei und Konditorei "Schmitz-Backes" ihr Geschäft betrieb.

Ebenso ungenutzt ist der ehemalige Corner Shop von Hoffstaedter, nachdem das Geschäft Steingestöber an die Breite Straße zog. Ungeklärt ist nach wie vor die Zukunft des Königshof-Theaters. Abriss, Umbau, Renovierung - vieles wurde in den vergangenen Jahren diskutiert - bislang ohne Ergebnis. Es gibt allerdings nach wie vor renommierte Geschäfte in der Poststraße: So das Raumausstattungsgeschäft Berning, das vor 90 Jahren (!) gegründet wurde, oder Spiel- und Bahn. Ein Teil des Sortiments zog zwar in die Kö-Galerie, doch die Modellspielzeug- und -bahnfreunde finden hier alles, was ihr Hobbyherz begehrt. Nicht zu vergessen die Metzgerei Oerding. Thomas Oeding erhielt vor drei Jahren den Silbernen Meisterbrief.

Die Poststraße hat Potenzial. Erinnern wir uns. Vor fünfzehn Jahren wurde die Poststraße umgebaut, man kann auch sagen aufgehübscht. Die Poststraße bekam ein neues Pflaster, Bäume wurden gepflanzt. Der Straßenraum wurde verändert, Fußgänger und Autofahrer waren gleichberechtigt. Allerdings fielen damals 20 Parkplätze weg. Sehr zum Leidwesen der Geschäftsleute. Und: Es wurde kreuz und quer geparkt, auch in Bereichen, die für Fußgänger vorgesehen sind. Gestritten wurde darüber, ob die Poststraße eine reine Fußgängerzone werden sollte oder nicht.

Als Ulrich Schumacher, Sohn des großen Künstlers Emil Schumacher, vor fünfzehn Jahren ein modernes Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Flintrop-Straße/Poststraße bauen ließ, hofften viele auf einen Aufschwung im Handel. Doch es passierte nicht allzuviel.

Profitiert hätte die Poststraße zweifellos von dem Projekt "Overhoffsche Höfe", das vor sechs Jahren vom Bürgerforum Mettmann und Dr. Peter Feyen angestoßen wurde. Doch aus dem erhofften Wohn- und Kulturquartier im Herzen der Stadt ist bis heute nichts geworden. Im Februar 2015 erfolgte das Aus für das Projekt.

Fazit: Ein Stadtmarketing-Manager fehlt in der Kreisstadt. Angesiedelt beim Amt für Wirtschaftsförderung könnte er die Einzelhandelssituation neu bewerten und Weichen stellen.

Quelle: RP
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