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Mettmann
Gelebte Ökumene in Mettmann

Mettmann. Beim Stadtkirchentag gab es eine Diskussion zum Thema Flüchtlinge. Von Valeska von Dolega

Natürlich gehörten Kirchenführung und der Even Song, den Matthias Röttger zusammen mit dem katholischen Kinderchor intonierte, ebenso wie die ökumenische Andacht, Marktkonzert und variantenreiche Kinderbespaßung zum Tagesprogramm des ökumenischen Stadtkirchentages. Schließlich wollten Protestanten und Katholiken mit allen zusammen feiern. Angesichts der Flüchtlingssituation aber rückte ein Thema in den Mittelpunkt: Willkommenskultur in Mettmann.

Punkt 12 Uhr hatte dazu Martin von Mauschwitz, gebürtiger Mettmanner und inzwischen fernsehprominenter Moderator, die Diskussion mit den vier Bürgermeistern-Kandidaten sowie Vertretern aus der Politik am Kirchplatz an der Freiheitsstraße eröffnet.

"Das hat er gut gemacht", lobte nach 60 Minuten Zuhörer Sven Lühmann. "Er hat nachgeharkt und wichtige Punkte angesprochen." Generell, so waren sich alle Diskutanten einig, muss dringend etwas an der Unterbringungssituation der Flüchtlinge in der Stadt geändert werden. Allein, es fehlt das Geld, Mettmann steht kurz vor dem Nothaushalt. Das Geld sei, raunte einer der Diskussionsteilnehmer, "bereits anderwertig verfrühstückt" worden - ein Seitenhieb auf nicht bloß wohlgelittene Bauprojekte wie die ziemlich teure Seibelquerspange.

Einstimmig lobten Kandidaten wie Politiker im Verlauf der Debatte das gewinnbringende Engagement der Ehrenamtler. Dieses sich unermüdliche Einbringen zeigt, dass "Mettmann eine große Willkommenskultur hat", wie unisono festgestellt wurde.

Damit das so bleibt, müssen sich die entsprechenden Stellen in der Verwaltung und die freiwilligen Helfer noch besser vernetzen. Dazu müsste beispielsweise der sogenannte Runde Tisch, der in Sachen Flüchtlinge bislang zwei Mal im stillen Kämmerlein getagt hat, öffentlich gemacht werden. "Das sorgt auch für mehr Transparenz", war zu hören, "vielleicht gäbe es noch mehr Menschen, die mitarbeiten würden", sagte Nils Lessing, Fraktionssprecher der Grünen und Ria Garcia, in gleicher Funktion für die Piraten/Linke im Rat, forderte einen Flüchtlingsbeauftragten.

Eine solche Stabstelle einzurichten, ist vernünftiges Krisenmanagement, bekräftigten in verschiedenen Ausformulierungen die Kandidaten Andrea Rottmann, Norbert Danscheidt, Thomas Dinkelmann sowie Ziad Mougravhi. Weil Arbeit ein Teil der Integration ist, sollte versucht werden, Vertreter der Mettmanner Wirtschaft mit an diesen runden Tisch zu bekommen.

Schöne Ideen und Perspektiven also. "Die Flüchtlingssituation muss aber jetzt verbessert werden, nicht wenn einer der Kandidaten neuer Bürgermeister ist", zog ein Zuhörer sein persönliches Fazit.

Quelle: RP
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