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Mettmann
Kinder backen Pizza im selbstgebauten Ofen

Mettmann. Unter Anleitung haben Kinder auf der Freizeitanlage im Stadtwald die Feuerstelle gebaut. Sie soll öfter genutzt werden. Von Maximilian Krone

Es gibt wohl bessere Tage, als bei über 30 Grad einen Backofen aus Lehm zu bauen. Wirklich gestört hat das die jungen Ofenbauer in der Freizeitanlage im Mettmanner Stadtwald aber nicht, schließlich haben die Arbeiter im Mittelalter auch nicht wegen des Wetters pausiert. Denn aus dieser Zeit stammt der Bauplan für den Backofen, der hauptsächlich aus Ziegeln und Lehm besteht. Insgesamt drei Tage haben neun Kinder daran gebaut.

Angeleitet wurden sie von Felix Brinkschulte. Die meisten Grundwerkstoffe hatte der Lehm- und Ofenbauer zu Beginn mitgebracht. "Wir haben in den drei Tagen einen einfachen Ofen ohne Schornstein gebaut, der sich gut zum Backen eignet", sagt er. Zunächst wurde dafür ein Gestell aus Holz gebaut, auf dem der rund 700 Kilo schwere Ofen steht. Danach folgte der Bau der Brennkammer. Und zwar komplett aus Ziegeln, die genau zusammengesetzt werden mussten, damit die Hitze nicht entweichen und die Aufbauten des Ofens schädigen kann.

Abgedichtet wurde die Brennkammer mit einem dicken Lehmmantel. "Der Lehm stammt aus einem alten Haus und ist 300 Jahre alt, den konnten wir einfach wieder verwenden", sagt Brinkschulte. Damit er seine volle abdichtende Wirkung entfaltet, wurde er von den Kindern mit Stroh und Sand gemischt. "Das hat uns am meisten Spaß gemacht", sagt der zwölfjährige Myron, der zum ersten Mal an einer solchen Aktion teilgenommen hat.

Ob auch wirklich alles geklappt und die dreitägige Arbeit sich gelohnt hat, erfuhren die Ofenbauer aber erst am gestrigen Mittag, denn dann wurde der Ofen zum ersten Mal befeuert. Enttäuscht wurden sie nicht. Schnell stiegen die Temperaturen im Inneren auf mehrere hundert Grad. "Wir freuen uns jetzt auf das Essen, was wir backen werden", sagen die Schüler. Vorbereitet hatten sie zwei Bleche mit Pizza, die sie in den Ofen schoben.

Damit dabei nichts schief geht, muss man aber wissen, welches Holz man zu welchem Zeitpunkt benutzt. "Zum Befeuern und vorheizen des Ofens nimmt man Nadelholz, weil sich davon beim Verbrennen weniger Teilchen lösen", sagt Felix Brinkschulte. Für Axel Meven, dem Leiter der Mettmanner Jugendförderung, die den Backofenbau als Teil der Ferienfreizeit anbot, ist damit eine seit langen gehegte Idee umgesetzt worden. Der Ofen, der durchaus ein Alter von über zehn Jahren erreichen kann, soll nun auch von weiteren Mitarbeitern der Jugendförderung genutzt werden können.

"Wir werden sie entsprechend anleiten, sodass sie den Ofen auch für andere Projekte einsetzen können", sagt Meven.

Quelle: RP
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