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Mettmann
Kreis hat was gegen Karies in der Kita

Mettmann: Kreis hat was gegen Karies in der Kita
Beim Zähneputzen demonstriert Nicola Hendriks von der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit das KAI-Prinzip: Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen - in dieser Reihenfolge sollten Kinder sich die Zähne putzen. FOTO: Stephan Köhlen
Mettmann. Die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit bildet Erzieher weiter. Von Oliver Wiegand

Einen großen Teil des Tages verbringen Kinder in Tagesstätten. Weil immer mehr Eltern berufstätig sind, oft bis zum späten Nachmittag. Die Tagesstätte wird zum Lebensraum für Kinder, aber gleichzeitig können sie dort auch ganz viel lernen. Wie man sich, wie oft und vor allem richtig die Zähne putzt zum Beispiel. Weil Kinder am besten durch Nachahmen und Abgucken lernen, sind natürlich die Erzieher in den Kitas ganz besonders gefragt.

Die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit hat gestern Erzieher aus den Kitas im Kreis Mettmann zu einer Fortbildung eingeladen. Auf dem Programm stand das Thema "Gesundheitserziehung als wichtiger Aspekt in der Bildungsarbeit". Dahinter steht ein großes Anliegen der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit. "Das Zähneputzen schon in der Kita bietet einen wichtigen Beitrag, um die Entstehung von Karies zu verhindern", sagt Dirk Erdmann. Seit 1999 ist Erdmann als Schulzahnarzt im Kreis tätig und untersucht mit seinem Team etwa 35.000 Kinder pro Jahr.

In den vergangenen Jahren hat sich viel verbessert. Die Zahl der von Karies befallenen Zähne bei Kindern ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. 2004 wurden im Kreis Mettmann bei 16,8 Prozent aller untersuchten Kinder frühkindliche Karies festgestellt. Die Zahl hat sich innerhalb von zehn Jahre fast halbiert. Trotzdem gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Die frühkindliche Karies ist die häufigste chronische Erkrankung von Kindern im Vorschulalter und tritt fünfmal häufiger auf als Asthma und siebenmal häufiger als Heuschnupfen. Ursache für Karies, so Erdmann, ist vor allem falsches Verhalten von Eltern bei der Ernährung von Kleinkindern.

Vor allem der häufige Gebrauch von Nuckelflaschen, gesüßten Getränken und viel Zucker in der Nahrung tragen erheblich dazu bei, dass Karies schon bei Kleinkindern entstehen kann. Immer wieder sind es aber auch Defizite bei der Mundhygiene die zu Schmerzen, starken und eitrigen Entzündungen sowie vorzeitigem Zahnverlust bei Kindern führen. Damit einhergehen kann unter anderen auch eine gestörte Sprachentwicklung sowie Probleme beim Kauen und Sprechen. Die Erzieher in den Kindertagesstätten sollten deshalb das Zähneputzen wie selbstverständlich in den Tagesablauf integrieren. "Kinder lernen Zähneputzen am besten durch Übung, Wiederholung und Ritualisierung", erklärte Alexandra Ferranti in einem Referat. Erzieher als wichtige Bezugspersonen der Kinder nehmen aber auch eine Schlüsselrolle im Leben der Kinder ein. Wie man die Kinder mit dem Thema Zähneputzen vertraut macht, dazu gibt es viel Anschauungsmaterial und praktische Übungen. Immer wieder wichtig ist das KAI-Prinzip: Zuerst sind die Kauflächen der Zähne an der Reihe. Dann kommen die Außenflächen und zuletzt die Innenflächen der Zähne. Wie das geht, erklären aber nicht nur die Erzieher, sondern auch die Prophylaxe-Beraterinnen der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit. Seit fast 25 Jahren besuchen sie alle Kitas, Grundschulen und Förderzenten im Kreis Mettmann. Immer mit dabei: Micki das Zahnputzkrokodil mit dem die Kinder spielerisch erlernen können, wie man die Zahnputztechnik richtig anwendet. Natürlich sind aber auch die Eltern in der Pflicht. Selbst wenn Kinder sich selbst schon die Zähne putzen können, empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft den Eltern, die Zähne abends nachzuputzen. Die Empfehlung gilt für Kinder bis einschließlich der zweiten Schulklasse.

Quelle: RP
 
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