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Mettmann
Probleme am heißesten Tag des Jahres im Naturfreibad

Mettmann: Probleme am heißesten Tag des Jahres im Naturfreibad
Glücklich, wer jetzt frei hat: Das Naturbad in Mettmann bietet derzeit reichlich Abkühlung bei brutzelnder Sommerhitze. FOTO: dietrich janicki
Mettmann. Das Naturfreibad in Mettmann wurde heute Morgen wegen eines technischen Defektes vorübergehend geschlossen. Die Reparaturarbeiten konnten aber zügig erledigt werden, so dass der Betrieb gegen 13 Uhr wieder aufgenommen wurde.  Von Christoph Zacharias

Was war geschehen? Aus dem biologischen Klärbecken, der Geomatrix, waren kleine Kieselsteine in die Zulaufleitungen, die sich im Beckenboden befinden, gespült worden und verstopften die Düsen. Dieser Defekt war bereits am Montag aufgetreten, hatte sich aber am Dienstagabend verstärkt. "Als wir am Dienstag das Bad geschlossen haben, sah ich, wie aus einem Zulauf eine Wasserfontäne an die Oberfläche schoss. Durch den enormen Wasserdruck war ein Metalldeckel vom Beckenboden aus der Verankerung gerissen worden", sagt Bademeister Sven Wermann.

Dort, wo der Deckel fest mit dem Beckenboden verankert ist, war ein Loch. "Das war gefährlich. Kinder hätten sich beim Tauchen in dem Loch verfangen können. Deshalb haben wir beschlossen, eine Spezialfirma zu alarmieren und das Bad bis zum Ende der Reparatur zu schließen", sagt Wermann.

Um 13 Uhr beendete ein Taucher seine Arbeit, der Betrieb konnte fortgesetzt werden.

Rund 2500 Badegäste zählte am Dienstag die Kassiererin im Mettmanner Naturbad. Bei 30 Grad Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein suchten die Menschen Abkühlung im smaragdgrünen Wasser.

Bei einer Wassertemperatur von 21 Grad erfrischten sich viele Gäste - nicht nur aus Mettmann, sondern aus der ganzen Region - im ungechlorten Wasser.

Für Patricia Wellmann aus Mettmann ist die Wasserqualität mit ein Grund ins Naturbad zu kommen. "Es ist herrlich erfrischend und sehr weich", sagt sie. Ihre Freundin Birgit Cyganek pflichtet ihr bei. "Außerdem ist das Bad gut erreichbar. Hier herrscht eine sehr schöne familiäre Atmosphäre und die Preise sind moderat geblieben."

In dieser Saison gab's Startschwierigkeiten: zunächst das schlechte Wetter, dann Personalprobleme. Erst am 25. Juni öffneten die Pforten des Naturbades. Doch diese Startschwierigkeiten sind vergessen. Jetzt zählt nur noch das Wetter. Die vier avisierten Strandkörbe sind noch nicht angeschafft worden. "Wir haben kein Geld", sagt Wermann. Dafür gibt es aber 17 Liegen, die man für zwei Euro am Tag mieten kann. Binali Erdogan, seit 2004 Pächter des Kiosks, hofft ebenfalls auf gutes Wetter. Er hatte erst drei Tage in dieser Saison geöffnet. Gestern jedenfalls waren türkische Pizza, Pommes, Döner und natürlich Eis sehr gefragt.

Im vergangenen Jahr wurde viel Geld in die neue Umrandung des Kinder- und Nichtschwimmerbeckens investiert. Die Holzpalisaden sind Geschichte, abgeflachte Betonsteine in Natursteinoptik haben sie abgelöst.

Das Naturbad kommt ohne Chemie aus. In einem geschlossenen Kreislauf wird das gebrauchte Wasser über die Überlaufrinnen des Badebeckens in die biologische Aufbereitungsanlage, die Geomatrix, gepumpt. Dort durchfließt das Wasser Kies- und Sandschichten, bevor es als gereinigtes Wasser über Düsen wieder dem Badebecken zugeführt wird. Dadurch wird stets eine optimale Durchströmung des Badebeckens erreicht. Beheizt wird das Bad ausschließlich durch die Sonne.

Bei Hochbetrieb wird das Beckenvolumen von 3.200 m3 etwa zweimal täglich umgewälzt. Die Frischwasserversorgung des Badebeckens erfolgt umweltbewusst über einen eigenen Brunnen. Wermann und seine Kollegen untersuchen täglich das Wasser auf Keime. "Alles tipptopp", sagt der Schwimmmeister.

Die Eintrittspreise: Jugendliche und Schüler 2,50 €, Zehnerkarte 20,00 €; Erwachsene 3,50 €, Zehnerkarte 30,00 €. Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 6 Jahren haben in Begleitung einer erwachsenen Person freien Eintritt. Das Naturbad ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, bei gutem Wetter eine Stunde länger.

Quelle: RP
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