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Kreis Mettmann
Segler sammeln Rezepte - in Wort und Bild

Kreis Mettmann. Wolfgang Mader und Johannes Maria Geurtz haben Rezepte von Mittelmeer-Segelreisen als Kochbuch veröffentlicht. Von Joachim Preuss

Wovon träumen eingefleischte Männercews beim Segeltörn? Genau: Von schönen Schenkeln, gerne auch mal richtig scharf und vor allem heiß - und frisch aus der Pantry, wie die Kochecke auf Yachten genannt wird. Dort fühlen sich Wolfgang Mader und Johannes Maria Geurtz am wohlsten, wenn es mal wieder mit Siegfried "Siggi" Aring, Ex-Planungsamtschef in Ratingen, auf Männertörn durchs Mittelmeer geht. Mader und Geurz haben ihre Rezepte als Kochbuch mit tollen Fotos verewigt. Es ist soeben im Delius Klasing Verlag erschienen.

Es gibt viele Kochbücher für Segler. Das wissen Smutje Mader und Fotograf Geurtz. Doch ihre Rezepte stammen direkt aus der Pantry, wo unter erschwerten Bedingungen gebruzzelt wird: auf einem Gas- oder Petroleumherd mit zwei bis drei Flammen und einem Backofen drunter, dessen Temperatur nur geschätzt werden kann. Dazu ein Kompressor-Kühlschrank, vielleicht auch ein Tiefkühlfach in der Luxusvariante von Charteryachten. Meist wackelt alles im Seegang, nur der Herd, kardanisch aufgehängt, bleibt in der Waagerechten. Meistens.

Auch bei den Zutaten und beim "Werkzeug" müssen sich Segler einschränken. So beginnt das praxisorientierte Fotokochbuch mit allerlei Zubehör, das es mitzunehmen gilt: von der Pfanne bis zum Pürierstab. "Und eine Box mit frischen Kräutern. Kühl gelagert hält sich mindestens eine Woche", so Mader. Er kocht und isst auch an Land sehr gerne. Er hat einst bei ABB Calor-Emag gearbeitet, ist dann für zehn Jahre nach Hamburg gegangen und hat für eine große Software-Firma weltweit Kontakte geknüpft. Er kenne dort alle Sterne-Lokale: Kundengespräche. "Vieles läuft übers gute Essen." Bei Cornelia Poletto habe er nett gespeist, und das Kochen selbst über Jahre in der Düsseldorfer Kochschule Schalljo gelernt.

Klare Sache, dass es sich die Männercrew um Skipper Aring immer gut gehen lässt. Irgendwann kam die Idee auf, ein Kochbuch zu schreiben. Kaum war Mader im Ruhestand, ging es los. Die Verlage wurden angeschrieben, mit Delius Klasing kam man ins Geschäft. Der Fachverlag, der unter anderem die "Yacht" herausgibt und auch Seekarten, bekam von den beiden Autoren ein fix und fertiges Produkt geliefert. Denn Geurtz ist gelernter Grafik-Designer, begnadeter Fotograf und betreibt eine eigene Agentur, die viel für einen Moderiesen weltweit gearbeitet hat. Die Idee, ein kombiniertes Koch- und Fotobuch mit Motiven auch von den angesteuerten Häfen rund ums Mittelmeer zu erstellen, stieß auch beim Verlag auf offene Ohren. Zumal Fotos inklusive Layout gleich mitgeliefert wurden. Das spart Geld. Geurtz sagt selbst: "Ich kann überhaupt nicht kochen." Für den Sterne-Smutje ist er aber ein "exzellenter Schnippler", der auch schon mal vor dem Ankern die Zutaten bearbeitet. Die beiden wissen, worauf es ankommt. "Die Rezepte müssen authentisch sein und mit reduzierten Möglichkeiten zubereitet werden können", so Mader. Und: "Wir verwenden nur Rezepte, nach denen wir selbst gekocht haben und die wir gut finden." Besonders gelungen: Jede Zubereitung wird in Bildfolgen akribisch dokumentiert.

Macht beim Nachkochen auf der Yacht auch Sinn. Mader: "Oft hat man abends nur funzeliges Licht an Bord, dazu ist schnell Dampf in der Luft. Dann lassen sich Texte schwer lesen." So kann eigentlich nichts schiefgehen. Auch nicht beim "erotischen Feigensalat", den "leckersten Schenkeln der Welt" und "Spaghetti für einen scharfen Abend". Es gab im Skript noch mehr Frivoles, doch das sei der strengen Lektorin zum Opfer gefallen, grinst Mader.

Übrigens darf auch "Siggi" Aring in die Pantry: Dann gibt es "Bruschetta des Skippers". Zu den beliebtesten Gerichten an Bord zählen übrigens die Toskana-Pfanne - und natürlich die Schenkel.

Quelle: RP
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