| 00.00 Uhr

Mettmann
Sicht auf den Menschen in der Kunst

Mettmann. Eine bemerkenswerte Ausstellung im Mettmanner Kunsthaus. Von Gundel Seibel

"Crysantheon 2" im Mettmanner Kunsthaus - es lohnt sich, den Begriff zu begreifen und somit die ausgestellte Kunst zu verstehen. Denn was die Keramikerin Ute Augustin-Kaiser durch ihr Kunst-Netzwerk zusammengeführt hat, verblüfft, begeistert oder lässt den Zuschauer nachdenken. 17 Künstler zeigen in 65 Ausstellungsstücken ihre ganz persönliche Sicht auf das Thema Mensch.

Die Persönlichkeit Mensch und dessen Entwicklung durch das erlebte Schicksal wird in den Bildern unterschiedlich interpretiert; die entstehenden gesellschaftlichen Spannungen inbegriffen. Vorher war Crysantheon schon in Hilden ausgestellt worden. Das Oberschlesische Museum Ratingen-Hösel soll im Jahr 2017 folgen und das Museum Voswinkelhof in Dinslaken im Jahr 2018.

Ute Augustin-Kaiser kennt die Künstler, ihre Qualitäten und ihre Ansprüche. Alle sind Mitglieder professioneller Kunstvereine im Kreis und in den benachbarten Städten. Ihre für Crysantheon zur Verfügung gestellten Arbeiten zeigen ureigene Interpretationen zum Thema und mussten nicht juriert werden. Ute Augustin-Kaiser selbst hat unter anderem die Keramik mit dem Titel "Nichts bleibt, wie es ist". Sie interpretiert das menschliche Leben, die Entwicklung der Persönlichkeit, Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit. Ute Voets aus Hilden zeigt Frauentorsos. Der größte ist aus Bronze - heißt Erotica - und ist für die Künstlerin "die größte und ausfüllendste Herausforderung" ihrer künstlerischen Arbeit. Die Malerin und Fotografin Lidia B. Gordon aus Düsseldorf zeigt Säuglingsgesichter in schwarz-weiß. Obwohl sie am Lebensanfang stehen, zeigen die Gesichter bereits deutlich ihre individuelle Persönlichkeit. Lidia Gordon ist eine scharfe Beobachterin. Sie studiert die Gesichter bevor sie malt. Der Betrachter ist verblüfft, wenn er zum Beispiel in das gezeichnete Gesicht eines Neugeborenen sieht.

Zur Vernissage am Freitag lieferte die Künstlerin Mary-Noele Dupuis eine eigenwillige Performance zum Thema 100 Jahre Dada-Kunst. Unter anderem zitierte sie aus Ansprachen der weltweit umstrittenen Politiker Trump, Putin, le Pen, Erdogan und Wilde in deren jeweiliger Sprache. Dies auch eine Dada-Performance mit eigener politischer Aussage. Die Künstlerin zerriss jede einzelne Interpretation und jedes Politiker-Manuskript - eine für sich sprechende Handlung.

Mary-Noele Dupuis ist auch Bildhauerin und ist Dozentin an den Unis Köln und Essen. Ihre eigenen Objekte sind so riesig, dass nur Fabrikhallen als Atelier in Frage kommen.

Die Ausstellung im Kunsthaus Mettmann, Mühlenstraße 27-29, ist geöffnet freitags von 15 - 19 Uhr, samstags und sonntags von 11 - 18 Uhr. Sonntag 20. 11. ist letzter Tag.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mettmann: Sicht auf den Menschen in der Kunst


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.