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Erkrath
Sponsoren fürs Jugendcafé gesucht

Erkrath. Das neue Hochdahler Jugenddomizil soll nicht näher ans Schulzentrum rücken. Das ist die einhellige Ansicht des Jugendhilfeausschusses. Von Isabel Klaas

Die Zeiten, in denen Jugendcafés in Schulkellern und alten Gewerbehallen untergebracht waren, sind lange vorbei. Bestes Beispiel dafür ist das neue Jugenddomizil, das in Hochdahl an der Sedentaler Straße im nächsten Jahr gebaut werden soll. Trotz Bedenken der CDU und BmU über die hohen Kosten wird es für die Hochdahler Kids bald einen Treff vom Feinsten geben. 600 000 Euro Baukosten und 118 000 Euro für die Innenausstattung sind vorgesehen. Doch mancher Beteiligte zweifelt daran, ob das Geld reichen wird.

Der Vorschlag der BmU, den Neubau an das Schulzentrum an der Rankestraße anzubinden, ist vom Tisch. "Ein anvisierter Kostenrahmen von 800 000 bis 900 000 Euro macht es notwendig, die Effizienz, das heißt das Verhältnis von Baukosten zu Öffnungszeiten von 20 Stunden in der Woche, zu bedenken", hatten Bernhard Osterwind und Christian Ritt von der BmU in einem Antrag an den Jugendhilfeausschuss geschrieben.

Das Jugendamt hielt erfolgreich dagegen: "Ziel eines Jugendcafés war es immer, einen freien und unabhängigen Entwicklungsraum für Jugendliche zu schaffen, der es ihnen ermöglicht, von der Schule und dem Alltagsstress Abstand zu gewinnen", heißt es in einer Stellungnahme. Das Café solle neutraler Zugangsbereich für alle Jugendlichen und alle Schichten aus dem Stadtteil Hochdahl sein – auch wenn sie nicht unmittelbar dem Schulzentrum zugeordnet sind, das heißt auch für Azubis und Berufsschüler, heißt es weiter.

Die Nähe zur neuen Skateranlage sei ein wesentlicher Vorteil des derzeitigen Standortes. Vor allem, wenn es um die Beaufsichtigung des Skaterbetriebes gehe oder um die Einrichtung einer kleinen Fahrradwerkstatt sowie Veranstaltungen auf der Anlage. "Eine engere Anbindung an das Schulzentrum, insbesondere die Nutzung der Räume dort, könnte für die Jugendlichen ein Zwangshemmnis sein, da sie sich immer noch im Schulbetrieb wähnten und der Aufsicht der Schule unterstellt."

Auch an der Sedentaler Straße sei das Café nicht weit vom Schulzentrum entfernt und pflege bereits eine enge Zusammenarbeit. Die BmU zog schließlich nach ausführlicher Diskussion ihren Antrag zurück.

Der Neubau, ein moderner Kubus, soll doppelt so groß werden wie das alte Jugendhaus, rund 400 Quadratmeter werden auf zwei Etagen zur Verfügung stehen. Der Entwurf stammt aus der Düsseldorfer Fachhochschule für Architektur. Er wurde unter 15 Vorschlägen ausgewählt.

"Das alles wird schon sehr teuer", sagt die Ausschussvorsitzende Annette Kirchhoff (CDU). "Deshalb hoffe ich, dass wir Sponsoren finden. Vielleicht beteiligen sich Erkrather Handwerker mit einigen Gewerken und installieren zum Beispiel Toiletten und Waschbecken, so dass wir auf diese Weise die Kosten etwas senken können." Vielleicht könne sich ja auch die neue Initiative des Erkrather Wirtschaftskreises beteiligen.

(RP/ac)
 
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