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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Straßensperrung noch nicht in allen Köpfen

Mettmann. Die Teilsperrung der Schwarzbachstraße ist der derzeitige "Aufreger" in der Kreisstadt. Die Stadtverwaltung hatte am vergangenen Samstag die Straße von der Einmündung Flintrop-Straße bis fast zum Ende des Jubiläumsplatzes für den Durchgangsverkehr (ausgenommen Radfahrer, Busse und Taxen) gesperrt. Hintergrund für die Sperrung ist das neue Verkehrskonzept, dass eine deutliche Reduzierung des Individualverkehrs in der Mettmanner Innenstadt beinhaltet. Derzeit läuft die "Eingewöhnungsphase".

Im Sommer oder Herbst sollen Breite Straße, untere Flintrop-Straße und das Teilstück Schwarzbachstraße "zurückgebaut" werden. Das bedeutet: Der Straßenquerschnitt wird verringert, die Bürgersteige werden verbreitert. Autofahrer dürfen nur langsam durch die Stadt fahren.

Zur Erinnerung: Jahrzehntelang quälte sich eine Blechlawine durch die Innenstadt. Lärm und Dreck mussten in Kauf genommen werden. Es bestand sogar die Gefahr, dass die Bezirksregierung eine Umweltzone in Mettmann einrichtet. Konsequenz: Die Stadt und der Kreis mussten mit der Osttangente und mit der Seibelspange alternative Umgehungsstraßen bauen lassen. Beide Straßen werden mittlerweile auch angenommen.

Zurück zur Schwarzbachstraße. Der Verkehr hat nach der Sperrung deutlich abgenommen. Allerdings ignorieren noch immer Autofahrer die Verbotsschilder. Die Polizei kontrolliert und hat auch schon Verwarngelder kassiert. Doch Verkehrsschilder und Kontrollen allein werden vermutlich das Problem nicht lösen. Es muss auch optisch auffallen, dass diese Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. Das bedeutet: eine veränderte Straßenfläche. Die soll kommen. Ein großes Fragezeichen steht hinter den Auswirkungen des neuen Verkehrskonzeptes. Gibt es Schleichverkehre, steigt die Belastung auf der Nord- und Berliner Straße? Autofahrer aus den Stadtteilen müssen Umwege fahren. Werden sie das akzeptieren oder kehren die der Stadt Mettmann den Rücken? Beispiel: Der Bewohner aus Mettmann-Süd ist ruckzuck via Osttangente in Wülfrath oder der Metzkausener fährt nach Ratingen. Der Mettmanner Einzelhandel hatte im Vorfeld Befürchtungen, dass die Kunden mit den Füßen abstimmen und die Innenstadt meiden.

Muss aber nicht. Es kann genauso gut sein, dass die Aufenthaltsqualität rund um Freiheitstraße und Jubiläumsplatz steigen wird und die Menschen ihr Auto im Parkhaus oder in den Tiefgaragen abstellen und sich über eine (fast) autofreie Innenstadt freuen. Allerdings müsste dafür der Leerstand (durch attraktive Geschäfte) beseitigt werden und noch weitere Cafés und Restaurants Menschen einladen, in die Stadt zu kommen.

Quelle: RP
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