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Thorsten Stark
"Wir holen das Tote Meer in die Stadt"

Thorsten Stark: "Wir holen das Tote Meer in die Stadt"
Der Hildener Hautarzt Thorsten Stark bietet die Bade-Licht-Therapie seit 2014 an und hat mehr als 150 Patienten erfolgreich behandelt. FOTO: Kordes
Mettmann. Das Hautarztzentrum am Schwanenplatz in Hilden ist eine von wenigen Praxen in der Region, die eine Bade-Licht-Therapie für Schuppenflechte-Patienten anbietet. Empfohlen wird die Behandlung von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft.

In Ihrer Praxis behandeln Sie Patienten mit der so genannten PUVA-Therapie. Was ist das genau?

Thorsten Stark Es handelt sich um eine Bade-Licht-Therapie, bei der der Patient zunächst in einer speziellen Lösung badet. Nach 20 Minuten wird die Haut abgetrocknet und mit UVA-Licht in einer Kabine bestrahlt. Eine Sitzung dauert rund 30 Minuten. Bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte erzielen wir durch diese Therapie eine deutliche Besserung oder sogar Abheilung der Beschwerden.

Wie viele Sitzungen werden benötigt, um Besserungen zu erzielen?

Stark Empfehlenswert sind drei bis vier Behandlungen pro Woche über mehrere Wochen hinweg. Im Vergleich zu Kuren, etwa am Toten Meer, ist diese Alternative weitaus kostengünstiger und kann in den Alltag vor Ort integriert werden.

Sie holen sozusagen das Tote Meer nach Hilden?

Stark In der Tat ist es im Toten Meer das Salzwasser in Verbindung mit Sonnenlicht, das einen positiven Einfluss auf die Abheilung der Schuppenflechte hat. Durch die PUVA-Therapie konnte dieser Effekt sogar noch optimiert werden. Der Wirkstoff Psoralen, der dem Bad beigemischt wird, wirkt in Verbindung mit UVA-Licht noch gezielter gegen die Schuppenflechte.

Was für Auswirkungen hat die Therapie genau auf die Haut?

Stark Der Schuppenflechte liegt eine Autoimmunreaktion zugrunde, durch die die Teilung der Hautzellen um ein Vielfaches beschleunigt wird. Zusätzlich kommt es zu entzündlichen Prozessen auf der Haut. Resultat ist die typische gerötete, dicke und schuppige Haut. Durch die PUVA-Therapie wird die Zellteilung reduziert und damit der Prozess der Hauterneuerung verlangsamt. Zudem wirkt sie entzündungshemmend: Rötungen, Schmerzen und Entzündungen klingen schneller ab.

Was zählt generell zu Symptomen von Schuppenflechte?

Stark Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, kann den ganzen Körper betreffen. Besonders anfällig sind zum Beispiel Ellenbogen und Knie, aber auch die Kopfhaut, der Bauchnabel oder Stellen hinter den Ohren. Wer Schuppungen und Rötungen über Wochen an seinem Körper feststellt, sollte sich unbedingt untersuchen lassen. Die Hautveränderungen müssen nicht jucken, aber wenn größere und sichtbare Flächen betroffen sind, fühlen sich die Betroffenen häufig nicht wohl in ihrer Haut. Die Lebensqualität kann sich dadurch massiv vermindern.

Gibt es Gruppen, die besonders betroffen sind?

Stark Die Schuppenflechte kann in jedem Alter auftreten, wobei das Risiko mit zunehmenden Alter zunimmt, und die Krankheit hingegen bei Kindern seltener auftritt. In Deutschland sind rund zwei Millionen Menschen davon betroffen.

Ist Schuppenflechte heilbar?

Stark In der Tat ist die Krankheit genetisch bedingt, so dass die Symptome immer wieder auftreten können. Dank vieler verschiedener Therapiemöglichkeiten lässt sich die Erkrankung aber meist gut kontrollieren.

Was für Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch?

Stark Bei schwächeren Verläufen können bereits kortisonhaltige Salben helfen oder Vitamin D3, ebenfalls in Cremeform. Diese helfen die krankhafte Zellteilung zu verlangsamen und die Entzündung zu beseitigen. Bei der Anwendung von Tabletten und Injektionen, zum Beispiel mit Wirkstoffen aus der Rheumatologie gilt es besonders mögliche Nebenwirkungen zu beachten. Daher setzen wir bei mittel-schweren bis schwereren Fällen häufig auf die Bade-Licht-Therapie.

Dennoch sind Sie in Hilden die einzige Praxis mit diesem Angebot. . .

Stark Ja, richtig. Früher konnte ich Patienten nur an umliegende Krankenhäuser verweisen, wie etwa die Uniklinik Düsseldorf oder Wuppertal, die diese Therapie ebenfalls anbieten. Nach unserem Praxisumzug im Jahr 2014 war es uns dann ein Anliegen, diese Lücke in Hilden zu schließen. Seither konnten wir vor Ort mehr als 150 Patienten erfolgreich behandeln.

ANANDA KORDES FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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