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Neukirchen-Vluyn
Anwohner befürchten Blechlawine im Kern von Neukirchen

Neukirchen-Vluyn. Es geht also doch: Der Stadtentwicklungsausschusses einigte sich gestern auf mehrere Punkte zum künftigen Verkehrsaufkommen. Von Stefan Gilsbach

Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses haben gestern über den Verkehr im Ortskern von Neukirchen-Vluyn gesprochen - speziell darüber, wie dieser sich verändern wird, wenn der neue Edeka-Markt dort öffnet. Dieses Thema macht einigen Anwohnern Sorgen. So überreichte Ralf Hamacher, der an der Alten Rathausstraße wohnt, am Rande der Sitzung den Pressevertretern ein Schreiben, aus dem die Befürchtung spricht, der Schadstoffausstoß rund um den neuen Markt könnte sich "drastisch erhöhen". Hamacher rechnet mit "bis zu 2850 Kfz-Anfahrten" täglich und bezieht sich auf ein Gutachten der Firma Lademacher. Diese kämen zu den ohnehin zu Spitzenzeiten gemessenen 800 Fahrzeugen auf der Andreas-Bräm-Straße hinzu. Die Politik müsse nun ein Konzept liefern, anstatt sich in "politischen Stellungskriegen" und "Lähmung von notwendigen, zukunftsorientierten Entwicklungen" zu üben. Ein deutlicher Verweis auf die jüngst blamabel gescheiterte Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses, deren Zeuge Hamacher gewesen war.

Immerhin verlief die gestrige Sitzung pfleglicher. Alle Beteiligten hatten sich offensichtlich vorgenommen, den Bürgern ein seriöses Bild lokaler Politik zu bieten. Auch die Verwaltung, die in der Sondersitzung für ihre aus Sicht der Politik dürftige Verkehrsanalyse kritisiert worden war, lieferte diesmal einen peniblen Überblick der Verhältnisse vor Ort. Und die Vertreter von SPD und CDU, die jüngst im Streit auseinander gegangen waren, schafften es, wenn auch nach längerer Diskussion, sich auf einen gemeinsamen Antrag zu einigen. Diesen hatte die SPD in der vergangenen Sitzung gestellt, und er besagt unter anderem, dass die Verwaltung mit dem Erziehungsverein darüber verhandeln soll, außerhalb der Geschäftsstunden die Stellplätze hinter dem Verwaltungsgebäude der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Zudem soll für einen verkehrsberuhigten Ausbau zwischen der Edeka-Zufahrt und Grevenstraße gesorgt werden (ohne weitere Anliegerbeiträge) und die Querung der Mozartstraße südlich der Hochstraße als "shared space" mit Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer gestaltet werden. Die CDU hatte einige Ergänzungen zu den einzelnen Punkten hinzugefügt und beantragt, dass die Verwaltung den Verkehrsentwicklungsplan auf dem Jahr 2004 aktualisieren soll. Dies jedoch lehnte die SPD ab. Mit solchen Forderungen könne man die Entwicklung aufhalten, meinte SPD-Ratsherr Gerd Lück. Dieser Vorschlag bekam dann auch keine Mehrheit.

Quelle: RP
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