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Neukirchen-Vluyn
Bauern sind zornig über Tierschutzaktivisten

Neukirchen-Vluyn. Die Stalleinbrüche durch einschlägige Organisationen sind nun Thema bei der Winterversammlung.

Die Ortsbauernschaft in Neukirchen-Vluyn lädt für den kommenden Mittwoch, 17. Januar, zu ihrer Winterversammlung ein. Sie beginnt um 13.30 Uhr in der "Landschänke zur Grenze", Eyller Straße 75.

Johannes Leuchtenberg, der stellvertretende Kreisbauernvorsitzende, wird nach der Eröffnung und Begrüßung ein Referat zum Thema "Die Rechtslage bei Stalleinbrüchen" halten. Dabei geht es vor allem um die Einbrüche durch Tierschutzaktivisten, die dadurch versuchen, eventuelle Missstände bei der Tierhaltung aufzudecken und auf Film festzuhalten.

Dies sei ein Thema, das bei vielen Bauern für Entrüstung sorge, sagt Leuchtenberg. Dass manche Menschen diese Aktionen rechtfertigen, können er und seine Kollegen nicht nachvollziehen. "Einbruch ist Einbruch", sagt er. "Und der sollte auch so bestraft werden."

Doch die einschlägigen Organisationen suchten weiterhin Kameraleute, die sich für solche Aktionen hergäben. "Gerade erst habe ich wieder so eine Anzeige gesehen", ärgert sich der Milchbauer. In den Augen vieler Landwirte sind diese Aktivisten nicht wirklich am Tierwohl interessiert. "Das sind hauptsächlich Geldsammelvereine. Nur ein geringer Teil der Spenden geht wirklich in den Tierschutz", meint Leuchtenberg. Doch sind diese Aktionen nicht gerechtfertigt, wenn dadurch wirklich einmal schreckliche Bedingungen öffentlich gemacht werden. Leuchtenberg bleibt da skeptisch. Auf einen solchen aufgedeckten Skandal kämen viele Einbrüche bei völlig unschuldigen Bauern, die sich an die Regeln hielten. Für die Kontrolle der Tierhaltung in den Ställen seien die Veterinärämter und Tierärzte zuständig, und nicht Einbrecher. Kein Wunder, dass bei diesen Attacken unter den Landwirten mittlerweile eine gewisse Verbitterung herrsche: "Wir sollen an allem schuld sein, und halten in Wirklichkeit alle am Leben."

Es geht bei der Winterversammlung aber nicht nur um solche hochemotionalen Themen. Aktuelles zum Agrarsozialrecht teilt Katharina Wielage, die Geschäftsführerin der Kreisbauernschaft Wesel, mit. Aus der Arbeit der Landwirtschaftskammer berichtet Daniel Schellberg, von der Kreisstelle Kleve und Wesel. "Neuerungen im Düngerecht - was ist jetzt zu tun und wie kann die LWK Ihnen helfen" heißt das Referat von André Krohn, der ebenfalls für die regionale Landwirtschaftskammer tätig ist. Im Anschluss spricht Krohn auch zum Thema "Regionale Qualität des Grundwassers".

Quelle: RP
 
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