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Neukirchen-Vluyn
Das plant die Kirche im Dorf Neukirchen

Neukirchen-Vluyn: Das plant die Kirche im Dorf Neukirchen
FOTO: Architektur/St�dteplanung Kusch
Neukirchen-Vluyn. Die evangelische Gemeinde ist in die Dorfentwicklung stark eingebunden: Das alte Gemeindezentrum soll verscwinden, ein kleineres an der Bruchstraße entstehen. Durch Umbaumaßnahmen der Stadt drohen hohe Anliegerbeiträge. Von Stefan Gilsbach

Vergangene Woche hat das "Arbeitszimmer" an der Hochstraße geöffnet. Zwei Quartiersmanager geben dort künftig Bürgern Auskunft über die Umgestaltung im Dorf Neukirchen, das heißt, die Kanalsanierung und das Integrierte Handlungskonzept (IHK). Bei der Eröffnung hatte sich eine neue Bürgerinitiative vorgestellt, die Themen öffentlich machen möchte, welche die Verwaltung in ihren Augen zu wenig beachtet.

In den Reihen dieser Initiative findet sich Pfarrer Frank Rusch. Er vertritt dort die Interessen der evangelischen Kirchengemeinde, und deren Pläne für die eigenen Grundstücke sind ein wesentlicher Teil der Dorfentwicklung.

Rusch fasst die Vorhaben zusammen: "Wir möchten an der Bruchstraße ein neues, kleineres Gemeindezentrum errichten. Dafür wird das Pfarrhaus abgerissen. Das alte, große Gemeindezentrum wird ebenfalls abgerissen, das Grundstück wird veräußert." Dort, am nördlichen Ausgang des Dorfes, soll einmal gemischte Wohnbebauung entstehen. Der Hintergrund ist die finanzielle Situation der Kirchengemeinde. "Im Jahr 2014 hatten wir beispielsweise ein Defizit von 70.000 Euro." Dass man gegensteuern müsse, darin sei man sich auch im Presbyterium einig. Und so will die Gemeinde ihre Immobilien sozusagen "gesund schrumpfen". Auch das Gemeindezentrum "Arche" in Rayen und die Friedenskirche am Bendschenweg will man veräußern. Für das neue Gemeindezentrum hatte die Kirchengemeinde einen kleinen Architektenwettbewerb organisiert und dabei sowohl Vertreter der Verwaltung, der Politik und des Heimatvereins mit ins Boot geholt. "Inzwischen haben wir einen Favoriten ermittelt", sagt Pfarrer Rusch. Am Dienstag habe man Gespräche mit zwei Architekten aus Köln geführt.

Da die Gemeinde also sparen möchte, liegen ihr die voraussichtliche Anliegerbeitrage für die städtischen Arbeiten im Dorfkern schwer im Magen. Diese Beiträge werden alle Anlieger für Kanalsanierung und andere Maßnahmen zahlen müssen. "Wir rechnen für uns mit 40.000 bis 50.000 Euro", sagt Rusch. Insgesamt müssten die Anwohner im Dorf wohl eine Summe von rund 600.000 Euro zuschießen.

Das dies für Murren unter den Betroffenen entlang der Hochstraße sorgt, ist klar. Bereits vor Monaten hatten Vertreter der Bürgerschaft kritisiert, das Integrierte Handlungskonzept belaste die Einwohner stark, wo es doch die Möglichkeit gegeben hätte, Kanäle und Pflasterung durch die Ruhrkohle AG wiederherstellen zu lassen. Außerdem fehle ein vernünftiges Konzept für die künftigen Stellplätze. Stadtsprecher Frank Grusen kennt diese Debatte gut. Was die Anliegerbeiträge betrifft, so müsse man unterscheiden zwischen Neugestaltung und Wiederherstellung. "Die RAG hätte lediglich für eine Wiederherstellung gezahlt." Das IHK gehe aber weit darüber hinaus.

Zum Thema Stellplätze verweist Grusen auf einen neuen Plan, der auf der Facebook-Seite der Stadt heruntergeladen werden kann. "Darin sind die privaten und die öffentlichen Stellplätze verzeichnet." Übrigens kann der Plan auch in dem neuen "Arbeitszimmer", dem Quartiersbüro, zu den Geschäftszeiten eingesehen werden.

Die evangelische Kirchengemeinde wird am 13. Februar die Wiedereröffnung der Dorfkirche nach der Renovierung feiern. Der Abriss des Pfarrhauses ist für das laufende Jahr geplant. Das alte Gemeindezentrum wird wohl erst im Jahr 2017 abgerissen.

Quelle: RP
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