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Neukirchen-Vluyn
Kritik an Planung für Diesterwegschule

Neukirchen-Vluyn: Kritik an Planung für Diesterwegschule
Schon einen nostalgischen Wert hat dieses Bild von RP-Fotograf Klaus Dieker aus dem Jahr 2008. Die Diesterwegschule hat ihren Lehrbetrieb im Jahr 2010 eingestellt. FOTO: Dieker
Neukirchen-Vluyn. In einer Anhörung im Rathaus wurde den Bürgern das Bauvorhaben auf der Fläche der ehemaligen Schule vorgestellt. Von Sabine Hannemann

Seit dem Spätsommer ist das Thema Wohnbebauung auf dem Gelände der ehemaligen Diesterwegschule an der Hartfeldstraße konkret. Die Neukirchen-Vluyner Stadtverwaltung lud daher am Donnerstagabend die Anwohner zu einer frühzeitigen Beteiligung am Bauleitverfahren ein.

Erste Varianten einer Wohnbebauung stellte die Stadtverwaltung in Kooperation mit dem Stadtplaner Norbert Schauerte-Lüke und dem Projektleiter Friedhelm Porta in der gut besuchten Bürgeranhörung vor. Investor ist das Heeker Bauunternehmen Bockhold, mit dem ein Vorvertrag besteht. Stimmt die Politik im Stadtentwicklungsausschuss (SteA) und der Rat dem Bauvorhaben zu, rollen die Bagger. Bockhold hat bereits fünf vergleichbar große Gebiete erschlossen und bebaut. Derzeit, so die Planung, ist die Rede von 44 Wohneinheiten in schlüsselfertiger Bauweise. Das sind Einfamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser auf bis zu 300 Quadratmetern Fläche. Hinzu kommen zwei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Parteien. Mit 290 bis 295.000 Euro seien die eigenen vier Wände für junge Familien erschwinglich. "Eventuell können Landesmittel beantragt werden", meinte dazu Projektleiter Friedhelm Porta. "Ich glaube, dass das Angebot für junge Familien attraktiv ist und auch der Bedarf gegeben ist", so Porta mit Blick auf Niederberg, wo Häuslebauer 350 bis 370.000 Euro in die Hand nehmen müssen.

Ludwig Knoblach, Bau- und Planungsamt, erörterte die Zeitschiene, wonach alle Verfahrensebenen inklusive Ausschuss- und Ratsbeschluss bis zu 18 Monaten dauern. Mit weiteren Terminen und neuen Planungsvarianten sei daher frühestens im Sommer 2016 zu rechnen, das Ende der Bauphase bei gutem Verlauf sei für 2018 geplant. Weichen wird vor Baubeginn das ehemalige Schulgebäude der Diesterwegschule, in dem derzeit die Volksschule mit Kochkursen untergebracht ist. Unangetastet bleibt das historische Backstein-Schulgebäude. Die Musikschule hat dort ihren Sitz.

Anschließend hatten die Anwohner das Wort, um Bedenken, aber auch Anregungen zu äußern. Schnell stellte sich das Thema Parkplatzsituation als zentrales Anliegen heraus. Dieter Dowideit, Vorstand der Musikschule, gab zu bedenken, wie problematisch schon jetzt das Parken sei. "Eltern warten im Auto den Musikunterricht ihrer Kinder ab. Erwachsene Schüler kommen mit dem eigenen Auto. Wir haben 800 Schülerinnen und Schüler und 400 Pkw." Ähnliche Bedenken kamen von Seiten der Kindertagesstätte Diesterwegstraße, die allein schon für die knapp 20 Beschäftigen Stellflächen benötigt. Vor allem, wie soll während der langen Bauphase die Parkplatzsituation gelöst, wie im Notfall der Rettungsweg eingehalten werden, so die Fragen der Anwohner. Schon jetzt sei der ehemalige Schulhof gegen Abend von Anwohnern zugeparkt, die sonst keinerlei Parkmöglichkeit haben.

Planer Schauerte-Lüke wies darauf hin, dass für die Mehrfamilienhäuser Tiefgaragen geplant seien, für jede Hauseinheit je zwei Stellplätze. Weiter wollte Anwohner Sandro Bartolucci über die Schadstoffbelastung Informationen haben. "Die Rasenflächen sind unbedenklich. Die Aschenbahn auf dem Sportplatz wird fachgerecht entsorgt", sagte Ulrich Geilmann, Technischer Beigeordneter. Andere Anwohner fragten nach dem Sanierungszeitpunkt der Hartfeldstraße, die mitten in die Bauphase fallen würde. Ob in angrenzenden Grundstücken zur Diesterwegschule die Chance auf Bauland bestünde, wurde gefragt. "Anbauverbotszone", so Geilmann. Weder Häuser noch Garagen können gebaut werden.

Anwohner werden zu einer weiteren Anhörung nicht mehr schriftlich eingeladen, sondern haben die Möglichkeit, sich in der Ausschusssitzung zu der überarbeiteten Planungsvariante zu äußern. In der Bürgeranhörung klang bereits an, die Anzahl der Stellplätze wie Wohneinheiten zu überdenken.

Quelle: RP
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