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Neukirchen-Vluyn
Kulturzimmer als Ort der Begegnung

Neukirchen-Vluyn: Kulturzimmer als Ort der Begegnung
Zur Eröffnung des Kulturzentrums spielte eine Band, die sich aus arabischen Musikern zusammensetzt. FOTO: Christoph Reichwein
Neukirchen-Vluyn. Das Kulturzimmer an der Hochstraße im Dorf Neukirchen ist eröffnet. Projektleiter Konrad Göke wartete gestern mit einer "Weltpremiere" auf: Eine eigens gegründete arabische Band spielte Lieder auf Saz, Trommel und Gitarre. Von Anja Katzke

Die Band spielt Lieder aus ihrer Heimat. Sie erzählen von Krieg, Verfolgung und der Sehnsucht nach der Heimat. Die Musiker Azad Dohammed, Samer Dudaki, Onday Alabata, Musa Abtuh und Muhamad Alshokor gaben gestern einen Vorgeschmack darauf, wie sich das neue Kulturzimmer an der Hochstraße als Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs entwickeln könnte. Die Idee, einen solchen Ort zu etablieren, stammt von Rainer Tyrakowski-Freese, Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie. Die Projektleitung hat Konrad Göke, Kulturschaffender aus Moers, inne: "Wir haben uns einen Raum vorgestellt, an dem ein kreativer Austausch zwischen den Kulturen, den Geschichten und den jeweiligen Wertvorstellungen stattfinden kann", erläuterte er. Der Ort ist an der Hochstraße in einem leerstehenden Ladenlokal gefunden. Früher einmal Haushaltswarenladen, zuletzt Blumengeschäft, residiert dort nur eine ungewöhnliche Hausgemeinschaft.

Dienstags und donnerstags öffnet das Arbeitszimmer der Stadt Neukirchen-Vluyn im Rahmen ihres Quartiersmanagements, und ab sofort wird hier das Kulturzimmer montags und mittwochs zum Frauenzimmer, das sich mit besonderen Angeboten an Frauen und Kinder richtet, freitags und samstags zum Spiel- und Musikzimmer für alle, die zum Beispiel gerne eine Partie Schach spielen. Im Frauenzimmer besteht die Möglichkeit, zu nähen und handzuarbeiten. Es gibt Singpausen mit Lernliedern für Kinder, in die aber auch Erwachsene einstimmen können. An Markttagen steht das Spiel im Mittelpunkt. "Es sind alle zum Schachturnier eingeladen. Es können aber auch andere Brettspiele mitgebracht oder vor Ort ausgeliehen werden", betonte Projektleiter Konrad Göke gestern bei der Eröffnung. Freitagsnachmittags und an den Samstagen steht die Musik im Fokus. Das Team bietet Musikunterricht an und lädt zu kleinen Konzerten ein, zu denen sich Orient und Okzident, arabische und europäische Musiker treffen.

Die Öffnungszeiten des Kulturzimmers liegen voraussichtlich zwischen 10 und 22 Uhr. "Es soll sich langsam entwickeln", erklärte Göke vor der offiziellen Eröffnung. Unterstützt wird er von der Sozialpädagogin Flora Lisa vom Hofe, die das Programm im Frauenzimmer montags und mittwochs koordinieren wird, und von Gürdal Türker, der den Bereich Küche und Service organisieren wird. "Wir suchen noch gut erhaltene Brettspiele, stapelbare Tische für das Nähzimmer und einen Schriftenmaler, der in arabischer Schrift den Absatz 3a § 3 unseres Grundgesetzes als fortlaufendes Ornament an die Wand schreibt." Eine großzügige Spende der "Günter und Elfriede Motz Stiftung" in Neukirchen-Vluyn hat es ermöglicht, das Kulturzimmer in den Räumen des Quartiersmanagements einzurichten. Bürgermeister Harald Lenßen zeigte sich von der Initiative beeindruckt: "Wir wollen den Flüchtlingen das Gefühl geben, Teil dieser Stadt zu sein, und ihnen helfen, sich hier zu integrieren, indem solche Angebote gemacht werden.

Ibrahim Yetim, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, mahnte, nicht die Fehler der 1960er Jahre zu wiederholen, als die ersten Gastarbeiter kamen. "Wir müssen die Menschen auf ihrem Weg in unsere Gesellschaft unterstützen. Ich bin über jedes einzelne Projekt sehr dankbar."

Quelle: RP
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