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Neukirchen-Vluyn
Wie ein Festival zur Marke werden kann

Neukirchen-Vluyn: Wie ein Festival zur Marke werden kann
Eine charmante Werbeidee für das Märchenfestival ist die tourende "Märchenfee" Natasa, die mit einer "Ape", einem italienischen Gefährt mit 50 Kubikmetern in der Region unterwegs ist. Vor allem in Kindergärten und -tagesstätten wird auf die zweitägige Veranstaltung aufmerksam gemacht. FOTO: Archiv
Neukirchen-Vluyn. Am Wochenende startet das Märchen-Festival in Neukirchen-Vluyn. Mit einer solchen Veranstaltung kann eine Stadt auch als Wirtschaftsstandort punkten, davon ist Dr. Joachim Bürger, der Initiator des Festivals, überzeugt. Von Stefan Gilsbach

Es sind nur noch wenig Tage, dann startet das Märchen-Festival in Neukirchen-Vluyn. Rund um die Donger Mühle werden dann an acht Standorten erstklassige Geschichtenerzähler Kinder und Erwachsene mit ihren Erzählungen fesseln.

Bekanntlich geht es in Märchen oft um Goldschätze, Juwelen und andere Preziosen, die ein Held oder eine Heldin erobern muss. Zwar keinen Drachenhort, aber wirtschaftliche Vorteile bietet eine solche Veranstaltung auch für die Stadt Neukirchen-Vluyn - davon ist Dr. Joachim Bürger überzeugt. Der Marketing-Experte ist Eigentümer des Geländes rund um die Alte Mühle auf der Dong. Und er zählt zu den Initiatoren der Bürgerstiftung Neukirchen-Vluyn, die in diesem Jahr erstmals Veranstalter des Festivals ist.

Märchen als Wirtschaftsfaktor, da scheint zunächst kein Zusammenhang zu bestehen. Doch ein Festival mit bundesweiter Ausstrahlung ist für jede Stadt ein Geschenk. "Heutzutage muss eine Kommune ein bestimmtes Thema bespielen, und das richtig", sagt Joachim Bürger. Für ihn hat das Märchen-Festival unter den Veranstaltungen im Neukirchen-Vluyner Kalender das meiste Potenzial. "Vergleichbare Festivals sind selten, das ist ein noch relativ unverbrauchter Bereich."

Viele Wirtschaftsunternehmen vor Ort finden diese Argumentation einleuchtend und unterstützen als Förderer und Freunde das Festival. Dazu zählen auch Hotel- und Gastronomiebetriebe wie die "Dampfmühle". Dort sei der Festival-Effekt zu spüren: "Wie ich höre, ist das Hotel während dieser Tage zwischenzeitlich ausgebucht." Die Niederrhein-Tourismus GmbH in Viersen sieht ebenfalls die Möglichkeiten der Vermarktung und hat Extra-Reise-Angebote inklusive Märchen-Festival entwickelt.

Zu den Förderern gehört auch Kerrygold. Die irische Firma hat im Neukirchen-Vluyner Gewerbegebiet eine deutsche Niederlassung. Das ist übrigens im doppelten Sinne passend. "Zum einen habe ich die Idee der ,Storytelling Festivals' vor Jahren aus Irland mitgebracht", berichtet Dr. Bürger. Zum anderen habe die Erfolgsgeschichte von Kerrygold in Deutschland sozusagen in der Dong angefangen. "Mein Nachbar war vor 45 Jahren Chef des Milchhofs Niederrhein. Er hat seinerzeit als erster im Alleingang 5000 Tonnen Kerrygold nach Deutschland geholt." Ein Wirtschaftsmärchen mit einem gehobenen Schatz, wenn man so will.

Wichtig sei natürlich, dass eine Verwaltung die Möglichkeiten einer solchen Veranstaltung für den Standort begreife. "In diesem Zusammenhang muss ich Bürgermeister Harald Lenßen loben", sagt Bürger. Er begreife diese Chance und wolle sie nutzen.

Allerdings sind die Organisatoren etwas enttäuscht, dass die Stadt die Möglichkeit, am Rand der L 474 zu parken, nicht gewähren möchte. "Ich kann den Besuchern daher empfehlen, lieber mit dem Fahrrad zu kommen", sagt Joachim Bürger.

Alle Informationen rund um die Veranstaltung finden Interessierte unter

www.maerchen-festival.de

Quelle: RP
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