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Neukirchen-Vluyn
Wie Kunst dementen Senioren hilft

Neukirchen-Vluyn: Wie Kunst dementen Senioren hilft
Bei der Eröffnung der Ausstellung (von links): Theresia Lechelt (Bewohnerin) mit einem ihrer Werke, Ulrich Dannfeld (Einrichtungsleiter), Christel Hofmann (Bewohnerin und Teilnehmerin), Deborah Marschner (Künstlerische Leitung) und Krystyna Rybaczok-Gora (Leitung Bastelgruppe). FOTO: Marcus Koopmann
Neukirchen-Vluyn. Ein Projekt in der Altenheimat Vluyn hat erneut gezeigt, dass künstlerisches Gestalten alten Menschen, die an leichter oder schwerer Demenz leiden, Lebenqualität und Freude geben kann. Die Ergebnisse werden nun ausgestellt. Von Stefan Gilsbach

Beim Begriff Demenz denken viele an ältere Menschen, die passiv vor sich hin dämmern. Das ist schon deshalb falsch, weil es verschiedene Formen von Demenz gibt, leichtere und schwere. Und auch mit diesem Leiden können Betroffene Freude durch Aktivität empfinden, wenn sie die angemessene Herausforderung bekommen - passend zu ihrem eigenen Rhythmus.

Das ist der Hintergrund eines interessanten Projektes, das in den vergangenen Monaten in der Altenheimat Vluyn stattfand. In der Einrichtung, die von der Grafschafter Diakonie getragen wird, hatten Menschen mit Demenz die Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt.

"Wir haben als Thema Buchkunst gewählt", sagt Deborah Marschner, die in Neukirchen-Vluyn seit einiger Zeit den "Kreativ-Hof" führt. Die Künstlerin hatte alte Bücher besorgt, die Seiten wurden nun zerschnitten, gefaltet oder auf andere Weise verändert. Am Ende standen zum Beispiel Gegenstände, die mit erstaunlicher Akkuratesse in Papier gehüllt sind, geschnittene Muster und ähnliches.

Beteiligt an dem Projekt waren die Bewohner Theresia Leichelt, Anneliese David, Christel Hofmann, Josef Bücken, Helmut Raabe, Hertha Gosau und Ricarda Ackermann. Adele Lange, die trotz ihrer 96 Jahre eifrig mitgemacht hatte, ist bedauerlicherweise kürzlich verstorben.

Theresia Leichelt, Jahrgang 1930, kommentiert: "Was da ausgestellt wird, ist ja recht schön." Es sei auch eine gute Beschäftigung.

"Das künstlerische Gestalten hat eine aufmunternde Wirkung", sagt Deborah Marschner, die bereits in anderen Projekten mit an Demenz erkrankten Menschen gearbeitet hat. "Manche wachsen über sich hinaus." Die Hauptsache aber sei, dass die Menschen Freude am Tun haben, in den Fluss einer Tätigkeit kommen, die den Geist auf angenehme Weise rege hält.

Ulrich Dannfeld, der Leiter der Altenheimat Vluyn, meint zu den Wirkungen des Projektes: "Mit Kunst können die Menschen etwas mitteilen, das durch Sprache oder Gestik in manchen Fällen nicht mehr möglich ist."

Seit dem 17. August hatten die Frauen und Männer sich mit den Arbeiten beschäftigt, jeweils mittwochs zwei Stunden lang. Jetzt können die Ergebnisse im Erdgeschoss der Altenheimat Vluyn, neben dem "Café Lukas", besichtigt werden. "Später möchten wir die Exponate dann im Haus verteilen", sagt Ulrich Dannfeld.

Quelle: RP
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