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Wuppertal
Forensik: Bauern wehren sich gegen Flächenfraß

Wuppertal. Die Anwohner sind dagegen, die Lokalpolitiker der Bezirksvertretung - und jetzt haben auch noch mal die Ortsbauern ihren Widerstand gegen die geplante Forensik auf der Kleinen Höhe bekräftigt. "Das ist ein sinnloser Flächenfraß", kritisierten Martin Dahlmann, der stellvertretende Kreislandwirt, und seine Mitstreiter bei einer Pressekonferenz. "Ohne Not wird jungfräuliches Ackerland bebaut."

Warum überhaupt die Kleine Höhe?, fragten die Anwesenden immer wieder. Für die Landwirte biete das Gelände wichtige Ertragsflächen und vor allem gute Bodenqualität. "Wir sind auf diese Flächen angewiesen", erklärte Tim Neues, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Wuppertal West. Die Kleine Höhe sei zwar seit Jahrzehnten als Gewerbegebiet ausgewiesen, so Dahlmann. Aber Gutachten hätten immer wieder empfohlen, das Areal nicht zu bebauen, unter anderem wegen der schwierigen Erschließung. Jetzt, wo das Land zahle, seien diese Bedenken offenbar kein Thema mehr. Landwirt Carsten Bröcker wies deshalb auf die Sorge hin, dass die Forensik nur der Beginn für weitere Bauvorhaben auf der Kleinen Höhe sein könnte. Denn für mögliche weitere Interessenten fielen die hohen Erschließungskosten dann als Abschreckung weg. Sowohl an der Stadt als auch an Ministerin Barbara Steffens übten die Landwirte harsche Kritik. Die Verwaltung bekam ihr Fett weg, weil sie den Standort auf Lichtscheid wegen einer möglichen Wohnbebauung ablehnt, obwohl "die Stadt ja noch gar keine Hand auf dem Grundstück hat". Und Steffens wurde gerügt, wie sie es als "grüne" Ministerin überhaupt verantworten könne, eine solche Grünfläche zu opfern. "Das ist wahrscheinlich der einzige Standort, der auf der grünen Wiese liegt", so Bröcker.

(est)
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