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Wassenberg
Burg Wassenberg geschlossen

Wassenberg. Ein gastronomisches Aushängeschild der Stadt, Hotel-Restaurant Burg Wassenberg, hat im Januar Insolvenzantrag gestellt. Stadt und Inhaber suchen nach neuen Nutzungs-Perspektiven. Von Angelika Hahn

Ein Aushängeschild Wassenbergs, das Hotel-Restaurant Burg Wassenberg, ist geschlossen. An der Tür hängt noch der Hinweis auf die Betriebsferien um Weihnachten, seither blieb das Haus zu. Die offizielle Internetseite des Hotels ist nicht mehr zu finden, Buchungen sind derzeit nicht möglich.

Im Stadtrat stellten die Grünen jetzt eine Anfrage nach der Situation von Burg Wassenberg. Bürgermeister Manfred Winkens bestätigte die Schließung. Er sei im Gespräch mit der Inhaberfamilie Soltisek. "Wir setzen alles daran, dass die Burg in unserem Sinne weiter genutzt werden kann", sagte Winkens mit Verweis auf den nichtöffentlichen Teil der Sitzung, in dem Näheres gesagt werden könne. Unserer Redaktion gegenüber bestätigte Winkens am Tag darauf ein weiteres "konstruktives Gespräch" mit Inhaber Robert Soltisek, das er am Morgen im Rathaus geführt habe. Details mochte er nicht nennen. Winkens betonte aber: "Wir wollen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass es in der Burg weitergeht." Natürlich sei die Familie Soltisek in erster Linie zuständig für die Zukunft der Burg. Verkauf, Verpachtung, Vermietung - alle Optionen würden jetzt mit kompetenten Partnern erörtert, bestätigte Winkens. Beide Seiten hätten eine möglichst einvernehmliche Lösung im Sinn. "Wir wollen vermeiden, dass das Haus lange geschlossen ist", sagte Winkens, "jede Seite hat sich ein Hausaufgabenpaket vorgenommen."

Die Stadt ist eingebunden, weil 1998 ein Notarvertrag der Inhaber mit der Stadt festlegte, dass das Gebäude als Hotel-Restaurant zu nutzen ist. Entsprechende Grundbucheintragungen legen dies fest. Und da die Burg zudem im Satzungsbereich des Innenstadtsanierungs-Projektes liegt, hat die Stadt ein Vorkaufsrecht bei Veräußerung.

Gestern meldete sich Robert Soltisek, der zurzeit mit seinem Bruder Rüdiger die Betreibergesellschaft (GmbH) vertritt. Er bestätigte den Insolvenzantrag der GmbH am 8. Januar beim Amtsgericht Aachen. Seine Mutter, die bisherige Inhaberin Helga Soltisek, hatte den Hotelbetrieb Ende vergangenen Jahres aus Altersgründen aufgegeben. "Dann haben wir uns die Zahlen angesehen", so Soltisek, die die Schließung unausweichlich gemacht hätten. Soltisek berichtete, sich nach der kurzzeitigen Mitarbeit von 2010 bis 2012 aus dem Betrieb des Hauses zurückgezogen zu haben. Firmenfeste, das Seminargeschäft, aber auch das Kurzurlaubsgeschäft, früher Standbeine des Hotelbetriebs, seien teils komplett weggebrochen. Als Hintergrund nannte Soltisek Alternativen durch die Digitalisierung bei Firmen und die Konkurrenz von Billiganbietern etwa für Kurz-Flugreisen (Mallorca). "Eine Neueröffnung unter den gleichen Vorzeichen wie bisher kann es nicht geben. Wir denken nun mit der Stadt in viele neue Richtungen", unterstrich Soltisek die Aussage des Bürgermeisters.

1985 hatte Robert Soltiseks Vater, der 2010 im Alter von 66 Jahren verstorbene Rüdiger Soltisek, das Hotel-Restaurant von den Vorbesitzern Thebach übernommen. Mit Ehefrau Helga erweiterte er das Vier-Sterne-Haus um einen Neubau und machte Burg Wassenberg zu einer bei Privatgästen und Tagungsteilnehmern angesehenen Adresse. 2010, nach dem Tod Soltiseks, übernahmen Witwe Helga Soltisek und Sohn Robert das Ruder. Beide machten freilich schon damals keinen Hehl aus dem hohen Unterhaltungsaufwand des Baudenkmals.

Quelle: RP
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